Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain

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90 Jahre

Dachdeckerinnung Meißen

1911 - 2001

 

 

 

 

 

Herausgegeben anläßlich des 90. Jahrestages

der Gründung am 30. April 1911

als Dachdecker-(Ziegel- und Schieferdecker-) Innung Meißen

 

 

 

 


 

 

 

 

Inhalt

 

Vorwort

Geschichte und Geschichten vor der Innungsgründung

Geschichte der Dachdeckerinnungen Riesa und Meißen von der Gründung bis 1933

            Dachdeckerinnung Riesa

                        Innungsgründung

                        Innungsleben

            Dachdeckerinnung Meißen

                        Innungsgründung

                        Innungsleben

                        Erster Reichsverbandstag des Deutschen Dachdeckerhandwerks

Geschichte der Dachdeckerinnung Meißen 1933 bis 1945

Berufsgruppen des Dachdeckerhandwerks  1945 bis 1990

            Berufsgruppen des Dachdeckerhandwerks Meißen und Riesa

            Episoden

Dachdeckerinnung Meißen -Riesa -Großenhain

            Vorgeschichte 

            Wiedergründung

                        Innungslade

                        Innungsfahne

                        Innungsleben

            Die Dachdeckerinnung stellt sich vor

                        Innungsmitglieder

                        Gastmitglieder

                        Ehrenmitglieder

Ausbildung des Berufsnachwuchses

            Modelldach

            Begebenheiten

            Vorsitzende der Prüfungsausschüsse

            Fachlehrer

Auszeichnungen

Althandwerksmeister der Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain

Die Obermeister der Dachdeckerinnungen/Berufsgruppen Meißen und Riesa

Ausblick

Literatur- und Quellennachweis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort

Der Zeitraum von neun Jahrzehnten ist uns Anlaß, die Geschichte der Dachdeckerinnung Meißen in ihrem historischen Umfeld darzustellen. Dazu gehört auch die Geschichte der Dachdeckerinnung Riesa. Wenn vorerst die Dachdeckerinnung Meißen umfangreicher betrachtet wird, ist es in der Möglichkeit der Dokumenteneinsicht und von Befragungen begründet. Spätere Ergänzungen sind deshalb nicht nur möglich, sondern auch erforderlich.

1911 als freie Dachdeckerinnung Meißen gegründet, folgten Zeiten der Pflichtinnung , des Innungsverbotes, der Berufsgruppenarbeit und gegenwärtig wieder des Prinzips der freien Innung . Die Gemeinschaft unserer Dachdeckerinnung  mußte sich unter den Bedingungen und Folgen von zwei Weltkriegen, einer Weltwirtschaftskrise und zwei deutschen Diktaturen mit gegensätzlichen gesellschaftlichen Verhältnissen behaupten.

Die vorliegende Publikation versteht sich nicht als Innungschronik im wissenschaftlichen Sinne. Sie ist eine erste zusammenhängende Darstellung der Geschichte der Dachdeckerinnung Meißen und kann Ansatzpunkte für weiterführende Arbeiten geben.

Obwohl im wesentlichen chronologisch aufgebaut, erhebt die Publikation keinen Anspruch auf Vollständigkeit und lückenloses Erfassen aller Ereignisse. Es ist uns auch nicht möglich, alle eingesehenen Unterlagen zu berücksichtigen. So verzichteten wir u.a. auf das Abdrucken der Innungssatzungen, weil diese auf der Grundlage der Deutschen Gewerbeordnung von 1881 mit den vielzählig veröffentlichten grundsätzlich von gleichem Inhalt sind.

In zeitaufwendiger Kleinarbeit wurden Unterlagen gesichtet, Fakten zusammengestellt und viele Gespräche vor allem mit älteren Berufskollegen geführt. Denn nicht wenige

Erinnerungen zur Geschichte unserer Dachdeckerinnung existieren nur noch im Gedächtnis.

Wenn die Publikation aus gegebenem Anlaß bei den älteren Berufskollegen Erinnerungen weckt, den jüngeren beim Erkennen der Notwendigkeit einer regelmäßigen politischen und fachlichen Innungsarbeit hilft, hat sie ihren Zweck erfüllt.

 

Für die Unterstützung danken wir allen Innungsmitgliedern, insbesondere den Berufskollegen

Andreas Fuhrmann, Frank Heinitz, Peter Helmert, Hans-Jürgen Menzel, Lothar Möhler, Wolfgang Quittel.

Außerdem gilt unser Dank

den Althandwerksmeistern Karl Müller und Gottfried Held ,

den Herren Landesinnungsmeister Dipl.-Betriebswirt Claus Dittrich,Dresden, Ehrenobermeister des Dachdeckerhandwerks Sieghard Scharf,Chemnitz, DDM i.R. Gottfried Fiedler,Riesa, DDM i.R. Manfred Stiller,Zehren, Prof.Dr. Gottfried Pollmer,Meißen, Siegfried Lehmann,Nossen, Rolf Jäger,Miltitz,

den Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs Meißen,

der Kreishandwerkerschaft Mittelsachsen.

 

Sie stellten persönliche Unterlagen zur Verfügung oder gaben uns wertvolle Hinweise.

 

 

 

Gottfried Juhr                                                         Achim Wünsche

Dachdeckermeister                                                  Dipl.Päd.,Dachdeckermeister

Obermeister der Innung                                           Verfasser 

 

 

 

 

 

 

 

Geschichte und Geschichten vor der Innungsgründung

In großen Teilen Sachsens wurden bis Mitte des 19. Jahrhunderts Ziegeldeckungen von

Maurern mit ausgeführt.

Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts hatte sich in Nordböhmen eine gewerkespezifische

Arbeitsteilung zwischen Maurern und Ziegeldeckern herausgebildet. Letztere konnten sich dadurch frühzeitig als „Böhmische Ziegeldecker“ zu einem Berufsstand entwickeln, der spezielle Fertigkeiten und Fachkenntnisse sowohl beim Aufbereiten des Mörtels als auch beim Herstellen von Biberdeckungen hatte. Sachsens ziegeldeckende Maurer waren diesbezüglich hoffnungslos unterlegen.

Zunächst auf sommerlicher Wanderschaft, später auch in Sachsen ansässig , nahmen die böhmischen Ziegeldecker Arbeit an, wann und wo sie sich bot und kamen so mit den ansässigen Maurern in Konflikt. Auch in den Elbestädten Meißen und Riesa unseres Innungsterritoriums und in deren ländlicher Umgebung werden sie Ziegeldeckungen ausgeführt und nachhaltig die Entwicklung der Deck- und Mörteltechnik insbesondere bei Biberschwanzdeckungen geprägt haben.

Bauherren gaben mehr und mehr den böhmischen Ziegeldeckern Aufträge. Das veranlaßte die Maurer zu Beschwerden bei der Obrigkeit. Erwiderungen dazu und Kritiken der Bauherren,die von der mangelhaften Ziegeldeckerei der Maurer enttäuscht waren,häuften sich. Zum Beispiel 1775:„Die Arbeiten der Maurer müssen bereits nach 3 bis 4 Monaten umgedeckt werden, die der böhmischen Ziegeldecker halten 16 bis 20 Jahre“. Und

„Weil man von den hiesigen Maurern überteuert wird und für sein Geld zusehen muß, daß zwei und drei Mann statt zu arbeiten, Tabak auf dem Dache schmauchen, sich allerhand Histörchen erzählen und zu halben Stunden umsehen, am Ende aber untaugliche Arbeit machen“.

Mit dem „Handwerkergesetz“ von 1897, auf dessen Grundlage u.a. Handwerkskammern eingerichtet wurden, endete letztendlich der Streit um Privilegien zwischen den Maurern und Ziegeldeckern. Sicher war das auch ein Grund dafür, daß sich viele Ziegeldeckerinnungen erst  um die Jahrhundertwende bilden konnten.

Neben den Innungen entstanden auch Handwerksgenossenschaften wie Einkaufs-, Kredit- und Baugewerksgenossenschaften. Ausschlaggebend dafür war der Selbsthilfegedanke für  Kleinbetriebe, die i.d.R. kapitalschwach waren und erkannten, daß man in der Gemeinschaft stärker ist.

Als erste ihrer Art in Sachsen wurde 1834 die Ziegeldeckerinnung Dresden gegründet.

Allmählich entwickelte sich nun ein Stamm einheimischer Ziegeldecker.

Wesentlich früher unternahmen die sächsischen Schieferdecker den Versuch, Innungen

zu gründen, um sich u.a. gegen die „Konkurrenz von außerhalb“ zu wehren.

Nachdem 1648 die Schieferdeckerinnung Lehesten/Thüringen gegründet wurde, unterstützten

1693 auch zwei Dresdner Schieferdecker einen allerdings vergeblichen Antrag auf Gründung einer Schieferdeckerinnung.

Ähnlich den böhmischen Ziegeldeckern suchten auch nichtsächsische Schieferdecker saisonbedingt Arbeit in Sachsen. So kam zum Beispiel 1893 der Vorfahre der Dachdeckerfamilie Fiedler, Riesa, aus Wurzbach/Thür. nach Sachsen und gründete in Riesa einen Dachdeckerbetrieb.

Die einst bestehende Trennung nach der Berufsbezeichnung Schieferdeckermeister oder Ziegeldeckermeister wurde 1930 auf Beschluß des 6. Reichsverbandstages des Deutschen  Dachdeckerhandwerks in Bingen aufgehoben. Es gab nur noch die Berufsbezeichnung Dachdeckermeister.

Während sich über Jahrhunderte u.a. die böhmischen Ziegel- und thüringischen Schieferdecker mit Beginn des Winters in heimatliche Gefilde zurückzogen, mußten die ansässigen Dachdecker hier ausharren. Vielfach verrichteten Dachdecker im Winter Nebenarbeiten, um ihr Auskommen zu sichern, u.a. als Forstarbeiter, „Flegel“-Drescher bei Landwirten, Leiter- oder Besenmacher oder als Hausschlächter.

Am Beispiel des Ziegeldeckers Möhler aus Pinnewitz Krs. Meißen soll zugleich ein Ein-

blick in die Bedingungen im dörflichen Raum zum Ende des 19. Jahrhunderts gegeben werden.

Nach dem Erteilen der Gewerbeerlaubnis (Bild 1) hatten sich die Gewerbetreibenden

bei der „Sächsischen Baugewerks-Berufsgenossenschaft“ selbst zu versichern. Sie mußten „täglich nach Maßgabe des Vordruckes versicherungspflichtige Arbeiten“ als Unternehmer für sich selbst eintragen, einschl. etwaiger Naturalbezüge. Innerhalb von sechs Wochen nach Ablauf des Kalenderjahres waren die Aufzeichnungen beim Genossenschaftsvorstand einzureichen und drei Jahre aufzubewahren. Bei unrichtigen Angaben drohte eine Ordnungsstrafe von 500,00 Mark. Ein Vermögen, wenn man die Arbeitsverdienste damaliger Zeit bedenkt. Gleichzeitig sind diese willkürlich ausgewählten Unterlagen Beweis der   ausschließlich saisonbedingten Tätigkeit des Dachdeckers. Im Januar 1899 liest man nur vereinzelt Eintragungen „Ziegeldecken“ , jedoch sehr viele Nebenarbeiten wie „Schlachten bei.....“ oder „Besen machen“ (Bild 2). Im Juli des gleichen Jahres ist täglich und ausschließlich „Ziegeldecken“ vermerkt.

Wer als Dachdeckerbetrieb die Möglichkeit hatte , nutzte die Wintermonate u.a. auch zum Herstellen von Dachspänen (-spließen) oder von Betondachsteinen für den Eigenbedarf. Zum Beispiel informierte man im Dachdeckerkalender um die Jahrhundertwende:

„Winterarbeit des Dachdeckers !

Die Herstellung der Zementdachsteine ist die denkbar einfachste und kann ohne besondere Vorkenntnisse mittels praktischer Handbetriebsmaschinen (Schlagtische) aufgenommen werden. Ein Raumteil Zement und drei bis vier Raumteile Sand werden gemischt. Als Arbeitsraum für eine Maschine genügt ein Schuppen von 25 bis 40 m² Größe. Die Tagesleistung beträgt je Arbeiter 300 bis 500 Stück“.

Vor allem im ländlichen Raum waren Dachdeckerbetriebe oft Ein-Mann-Betriebe und weit

verstreut. Sie und die größeren Betriebe mußten lernen, auf den industriell-technischen Fortschritt zu reagieren, sich der jeweiligen Auftragslage anzupassen. Sie mußten zum Erweitern der Auftragsmöglichkeiten geeignete Deckungen empfehlen, die benötigten Baustoffe selbst ein- und verkaufen können. Wurden über lange Zeit Ziegel- und Schieferdächer,auch noch Strohdächer auf Nebengebäuden gedeckt, kamen mehr und mehr bisher unbekannte Deckstoffe zum Einsatz. Zum Beispiel galt es „Pappdächer“ fachgerecht herzustellen, nachdem sich auch im ländlichen Raum das Flachdach allmählich durchsetzte und u.a. in Niederau bei Meißen 1868 eine Dachpappenfabrik gegründet wurde.

 

Geschichte der Dachdeckerinnungen Riesa und Meißen von der Gründung bis 1933

Die Bezeichnung Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain berücksichtigt sowohl die traditionelle Zusammenarbeit als auch bis 1994 bestehende selbständige Kreisstrukturen.

Als die Meißner Dachdecker erstmals 1910 Überlegungen zur Gründung einer Dach-deckerinnung anstellten, bestand in Riesa bereits eine solche seit 1899. Das ist uns Anlaß,

auch diese Innung in unsere historischen Betrachtungen einzubeziehen.

 

Dachdeckerinnung Riesa

Innungsgründung

Am 27. März 1898 versammelten sich im „Wettiner Hof“ Riesa die Dachdeckermeister

                  Carl Geyer, Riesa (Leiter der Versammlung, A.W.)

                  Robert Zimmler, Riesa

                  August Walther, Nünchritz

                  Ernst Haupt, Lommatzsch

                  Franz Endler, Riesa

                  Richard Korn, Riesa

                  J.E. Krause, Großenhain

                  Karl Brandt.

Sie beschlossen einstimmig ,“eine freiwillige Innung des Dachdeckergewerbes für Amtshauptmannschaft Großenhain und Umgebung mit dem Sitz in Riesa“zu bilden.

In einer weiteren Versammlung am 12. April 1898 wurde der Entwurf des Statuts beraten, das Statut selbst ging am 19. Dezember 1898 mit Antrag auf Genehmigung an den Rat der Stadt Riesa.

Die Innung sollte den Namen

„Innung der Dach-, Schiefer- und Ziegeldeckermeister für den Amtshauptmannschaftsbezirk Großenhain und Umgebung“

führen.

Daraufhin bat der Rat die folgend genannten Adressaten um Auskunft, ob in ihrem Verwaltungsbereich „ eine Dach-,Ziegel- und Schieferdeckerinnung besteht oder in der Einrichtung begriffen ist“:

            Königliche Amtshauptmannschaft Großenhain,

            Stadtrat zu Großenhain,

            Stadtrat zu Oschatz     

            Stadtrat zu Lommatzsch

            Bürgermeister zu Radeburg.

Alle bestätigten, daß „zur Zeit eine solche Innung weder besteht noch in Errichtung begriffen ist.“

Gleichzeitig bat der Stadtrat Riesa, den Begriff „Umgebung“genauer zu fassen. Am  04. Januar 1899 gab Herr Geyer den Namen der Innung an:

„Dachdeckerinnung der Dach-,Ziegel- und Schieferdeckermeister für den Bezirk der

Königlichen Amtshauptmannschaft Großenhain und für die Städte Oschatz und

Lommatzsch“.

Am 20. Februar 1899 wurde die Befragung obengenannter Adressaten wiederholt, ob sie mit einer Ausdehnung der Innung auf ihren Bereich „Bedenken haben“.

Die meisten erwiderten, daß „ Bedenken nicht beigehen“.

Nur der Stadtrat Oschatz informierte,daß der Königlichen Kreishauptmannschaft Leipzig ein Statut der Schieferdeckerinnung Leisnig  (der Amtshauptmannschaften Döbeln und Rochlitz, gegründet Mai 1887, A.W.) vorlag, deren Bezirk auch die Stadt Oschatz erfassen sollte. Ein Schieferdecker aus Oschatz gehörte bereits dieser Innung an.

Am 24. März 1899 gab der Stadtrat Riesa seine Änderungshinweise zum Statutentwurf

bekannt. Unter anderem

1 war die Einrichtung des Gesellenausschusses aufzunehmen,

2 mußten im Eingang des Statuts Formulierungen des Musterstatuts  verwendet werden,

3 erhielt die Innung den Namen Dachdeckerinnung zu Riesa,bestehend für

    das Dachdecker-(Ziegeldecker und Schieferdecker)-Gewerbe,“

1 war auch ein Stellvertreter für den Schriftführer zu benennen,

1 mußte bei zureisenden Gesellen ergänzt werden:

  Gesellen, die wegen Arbeitsmangel nicht eingestellt werden können,er-

   halten gegen Quittung als Reiseunterstützung ein Innungsgeschenk, dessen

   Höhe jährlich bei der Haushaltplanberatung von der Innungsversammlung

   festgesetzt wird.“

Einen Tag später legte der Stadtrat Riesa der Königlichen Kreishauptmannschaft Dresden den Entwurf des Statuts in überarbeiteter Fassung vor und gab zu bedenken,die Oschatzer Dachdecker seien wohl wegen der größeren Entfernung zwischen Leisnig und Oschatz besser in der Innung Riesa aufgehoben.

Darauf antwortete das Ministerium des Inneren, Abteilung Ackerbau,Gewerbe und Handel:

„es  findet bei dem Mangel jeder Begründung für die...... vorgesehene Erstreckung des Innungsbezirkes auf die Stadt Oschatz keine Veranlassung.......die erforderliche Genehmigung zu erteilen“.

Endlich wurde mit Beschluß der Königlichen Kreishauptmannschaft Dresden vom 25. November 1899 das Statut i.d.F. vom 12. August 1899 genehmigt und „mit Decret versehen“.Der Innungsgründung stand nun nichts mehr im Wege.

Die Gründungsversammlung der freien Dachdeckerinnung zu Riesa

fand am 13. Dezember 1899

im Ratskeller zu Riesa statt.

Teilnehmer und zugleich Gründungsmitglieder waren

            Dachdeckermeister Carl Geyer, Riesa

            Schieferdeckermeister Richard Korn, Riesa

            Ziegeldeckermeister Franz Endler, Riesa

            Ziegeldeckermeister Johann Krause, Großenhain

            Ziegeldeckermeister Hermann Just, Großenhain

            Dachdeckermeister Heinrich Kaule, Radeburg

            Ziegeldeckermeister Robert Zimmler, Riesa

            Ziegeldeckermeister August Walther, Nünchritz.

Die Geschicke der jungen Innung wurden vom Vorstand gelenkt:

            Carl Geyer, Obermeister

            Johann Krause,sein Stellvertreter

            Robert Zimmler, Kassierer

            August Walther, Schriftführer

            Richard Korn, sein Stellvertreter.

 

Innungsleben

Robert Zimmler lud als Vorsitzender des Prüfungsausschusses am 16. März 1908 zur

Gesellenprüfung am 30. März 1908 in sein Grundstück Goethestraße 8,Riesa, ein.

 

Am 30. Januar 1909 bestand der Innungsvorstand aus den Herren

            Richard Fiedler,Riesa, Obermeister

            Adolf Ziller,Großenhain, sein Stellvertreter

            Robert Zimmler, Riesa, Kassierer

            Bruno Held, Treugeböhla, 1. Schriftführer

            August Walther,Nünchritz, 2. Schriftführer.

 

Im November 1910 wandte sich Dachdeckermeister Franz Simon aus Meißen an den Stadtrat Meißen und benannte als Bezirk für die zu gründende freie Dachdeckerinnung Meißendie Amtshauptmannschaft Meißen (einschließlich Lommatzsch) und die Orte Kötzschenbroda, Cossebaude und Moritzburg“.

„Lommatzsch gehört zu dem Bezirke Riesa. Es wohnen in Lommatzsch aber nur zwei selbständige Dachdecker:Preißler und Haupt. Beide gehören der Riesaer Innung nicht an;ersterer würde lieber der hier zu errichtenden Innung beitreten,während letzterer überhaupt kein Bedürfnis zum Beitritte zu einer Innung fühlt“

Daraufhin fragte der Stadtrat Meißen bei der Innung Riesa an, ob Bedenken gegen eine Zuordnung von Lommatzsch zur Innung Meißen bestehen. Obermeister Fiedler antwortete am  16. Dezember 1910: „Es bestehen keine Bedenken“.

 

1914  beantwortete Obermeister Fiedler eine Anfrage des Stadtrates Riesa:

„In Beantwortung..... besitzt die Dachdecker-Innung zu Riesa keine Gegenstände,

welche einen geschichtlichen,wissenschaftlichen oder Kunstwert haben,überhaupt keine wertvollen Gegenstände“ (Hervorh. A.W.).

 

Nach dem Ableben des Obermeisters  Fiedler wurde am 30. Juni 1928 Dachdeckermeister

Richard Paul Knöfel aus Zeithain zum Obermeister der Innung Riesa gewählt.

 

Im September 1928 betrug der Dachdeckergesellenlohn (Lohngruppe III) für Riesa

einschl. Verkehrszulage von 5 Pfennig = 1,19 RM/Std.

 

In einer außerordentlichen Innungsversammlung der Dachdecker-Innung Riesa am

08. September 1928 wurde ein längst überfälliger Nachtrag im Statut zum Lehrlingswesen angenommen. Anwesend waren die Innungsmitglieder

„Knöfel,OM,  Eduard Anemüller,  W. Krause,Schriftführer,  sowie die Herren

Ziller,Held,Ulbricht,Zillig,Schlehahn,Schulze,Grimm,Fiedler,Kretzschmar I und II“.

 

Ein neues Innungssiegel gab es 1928.

Das alte hatte die Rundschrift „Dachdecker-Innung Riesa“, das neue bei gleichem Wappen die Rundschrift „Dachdecker-Innung Amtsh. Großenhain ,Sitz Riesa“.

Diese Änderung der Innungsbezeichnung kann Ursache sein, daß in den Folgejahren auch die Bezeichnung „Dachdeckerinnung Großenhain“ in Veröffentlichungen vorkam.

 

Im September 1930 bat Obermeister Knöfel den Stadtrat Riesa um Hilfe beim Einziehen rückständiger Innungsbeiträge und Zeitungsgelder. Betroffen waren drei Innungsmitglieder. Einer war bereit, infolge schwieriger Wirtschaftslage einen Teilbetrag zu zahlen, die beiden anderen „haben bis heute noch nichts von sich hören lassen“.

Tatsächlich wurden Pfändungsbefehle erlassen. Bei einem der Schuldner verlief die Pfändung erfolglos, weil „der Pfändung unterliegende Gegenstände nicht aufzufinden waren“.

 

Ebenfalls im September 1930 informierte Obermeister Knöfel den Stadtrat Riesa über die vermutliche Auflösung der freien Dachdeckerinnung Riesa, weil „der größte Teil der im Amtshauptmannschaftsbezirk Großenhain ansässigen Dachdecker der Innung nicht

angehört“, was zur Gründung einer Zwangsinnung führen würde.

 

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung beschloß am 31. Oktober 1931 die freie Dachdecker-Innung zu Riesa in eine Zwangsinnung,Amtshauptmannschaft Großenhain umzuwandeln.

Bei einer Gegenstimme stellten den Antrag

Paul Knöfel, Obermeister, Zeithain   Bernhard Kretzschmar, Lampertswalde

Adolf Ziller, sein Stellv.,Großenhain     Paul Held, Treugeböhla

Willy Krause,Schriftführer,Großenhain Arno Zillig, Riesa

Erich Fiedler, Riesa                             Herbert Held, Großenhain

L. Hänsch, Radeburg                           Bruno Held, Treugeböhla.

Hermann Strobel, Großenhain

Der Innungsbezirk sollte wieder auf die Stadt Lommatzsch ausgedehnt werden.

 

Die Gewerbekammer Dresden teilte am 01. Dezember 1931 mit, daß gegen die Gründung der Zwangsinnung für die Amtshauptmannschaft Großenhain keine Einwände bestünden, wohl aber gegen die Einbeziehung von Lommatzsch, das gehörte zur freien Dachdeckerinnung Meißen. Außerdem gab die Gewerbekammer zu bedenken, daß

aus Orten der Amtshauptmannschaft Großenhain gegenwärtig 35 Dachdeckerei-Inhaber (Hervorh. A.W.) in die Handwerksrolle eingetragen sind. Diese Zahl dürfte zur Bildung einer leistungsfähigen Gemeinschaft ausreichen.“

 

Am 04. Februar 1932 gab das„Riesaer Tageblatt“die beabsichtigte Umwandlung von der freien zur Zwangsinnung bekannt .Gleichzeitig wurde eine Frist für Einsprüche gesetzt. Das Recht

zum Einspruch nahm nur Ziegeldeckermeister Oskar Geyer aus Riesa in einem ausführlichen Schreiben wahr. Er entschloß sich „ für die Freie Innung“.

Hier enden die vorerst bekannten und eingesehen Akten des Stadtarchivs Riesa zur Dachdeckerinnung Riesa,A.W.

 

Dachdeckerinnung Meißen

Innungsgründung

Die Geschichte der Dachdeckerinnung Meißen begann am 06. März 1910. An diesem Tage faßten die nachgenannten Unterzeichner den Beschluß, eine

Freie Innung für das Dachdecker-(Schiefer- und Ziegeldecker-)Gewerbe für Meißen und Umgebung „ zu gründen.

„Sie soll umfassen: Amtshauptmannschaft Meißen mit den angrenzenden Orten Kötzschenbroda,Cossebaude, Roßwein ,Moritzburg, Radeburg, Gävernitz und Nauleis,

Sitz soll Meißen sein.“

Gleichzeitig bat man den Stadtrat Meißen um behördliche Genehmigung dieser Innung und legte den Entwurf eines Statuts bei. Er entsprach im wesentlichen der Satzung der 1905 wiedergegründeten freien Dachdeckerinnung Dresden.

Unterzeichner des Beschlusses waren

Franz Simon,                           G.(ustav) Bastian,

Arthur Simon,                          L. Siegemund,

Albin Funke                             O.(tto) Wünsche,  (...)Namensergänzungen : A.W.

Franz Lützner,                         K. Müller,

Clemens Funke,                       Paul Lindner,

Paul Möhler,                            Robert Kohlstrunk.

H.(ermann) Tutsch,

(Reihenfolge nach Original,A.W.)

 

Am 02. April 1910 erhielt Herr Simon jun. (Arthur, A.W.) den Statutentwurf zum redaktionellen Überarbeiten vom Stadtrat Meißen zurück. Bereits am 20. April 1910 war die geänderte Fassung wieder beim Stadtrat Meißen, der „gegen den Entwurf nichts einzuwenden „hatte.

 

Der Stadtrat Meißen sandte am 21.04.1910 der Königlichen Amtshauptmannschaft Dresden  folgendes Schreiben :

„Eine Anzahl selbständiger Dachdecker beschließt die Gründung einer freien Dachdeckerinnung für die

1 Stadt Meißen,

1 Amtshauptmannschaft Meißen,

2 Städte Roßwein und Radeburg,

3 Gemeinden Kötzschenbroda,Cossebaude,Gävernitz und Nauleis.“

Es wurde Auskunft erbeten, ob in den genannten Orten schon „Innungen für das gleiche Gewerbe“ bestehen.

Es antworteten

1 am 03.05.1910 Radeburg; es bestanden keine Bedenken, der Innung Meißen anzugehören. Jedoch gehörte Dachdeckermeister Kaule der Innung Riesa an (Gründungsmitglied der Innung Riesa am 13.12.1899, A.W.) .Da Herr Kaule wegen „fortgeschrittenen Alters“ seinen Betrieb 1911 aufgeben wollte,(jetzt :Dachdeckermeister Jochen May,Radeburg , A.W.)blieb er solange in der Innung Riesa.

2 am 07.05.1910 Roßwein ; es bestand keine Dachdeckerinnung, „die hier wohnhaften Dachdecker gehören zur Zeit einer Innung als Mitglied noch nicht an“,keine Bedenken gegen Innung mit Sitz in Meißen;

3 am 14.05.1910 die Königliche Amtshauptmannschaft Dresden; in Kötzschenbroda bestand keine Dachdeckerinnung, es gab keine Einwände gegen eine Innung in Meißen. Von sechs in Kötzschenbroda ansässigen selbständigen Dachdeckern waren drei für die Innung Meißen,drei hatten „kein Interesse hieran“;

1 am 20.05.1910 die Gewerbekammer Dresden ; sie hatte keine Einwände gegen die geplante Innung, hielt den “Zusammenschluß der Dachdecker im Meißner Bezirke und den Nachbarorten zu einer gemeinsamen Innung für zweckmäßig“. Sie gab jedoch zu bedenken,daß Roßwein im Bezirk der Gewerbekammer Chemnitz lag, diese mußte mit entscheiden.

1 am 16.06.1910 erneut die Königliche Amtshauptmannschaft Dresden ; Im Amtsgerichtsbezirk Wilsdruff bestand eine „Innung der vereinigten Handwerker“, ein Dachdecker gehörte ihr an. Eine Umfrage unter den 22 Dachdeckern der Königl. Amtshauptmannschaft ergab: sieben Dachdecker erklärten ihre Bereitwilligkeit, der Innung Meißen beizutreten, davon einer mit dem Zusatz „wenn es sein muß“. Ein anderer:

    „... sei nicht abgeneigt, aber zwingen lasse er sich nicht“.Vier Dachdecker erklärten sich                                                             

     dagegen,die übrigen „gaben überhaupt keine Erklärung ab.“

Die vereinigte Handwerkerinnung Wilsdruff hatte beschlossen, in Zukunft keines der Innung überwiesenen Gewerbe mehr freiwillig herzugeben, denn sie war schon „mehrmals in ihrer ursprünglichen Stärke geschwächt“ worden . Im Falle der Dachdeckerinnung Meißen „wolle man sich jedoch bescheiden“.

Die Gewerbekammer Chemnitz teilte am 15.07.1910 mit, daß Roßwein nicht zur Innung Meißen empfohlen werden kann, denn Roßwein gehört zum Bezirk der Schieferdeckerinnung in Leisnig . Daraufhin empfahl der Stadtrat Meißen Herrn Arthur Simon, Roßwein sollte bei der Gründung der Innung Meißen ausscheiden.

Am 23.09.1910 überreichte DDM Arthur Simon dem Stadtrat Meißen eine Vollmacht zum Vorbereiten der Gründung einer Dachdeckerinnung in Meißen. Vorher hatten ihn die  Dachdeckermeister  Hermann Tutsch und Franz Lützner dazu bevollmächtigt.

Daraufhin wandte sich der Stadtrat Meißen an den Stadtrat Riesa mit der Bitte um Auskunft, auf welchen Bezirk sich die Freie Dachdeckerinnung Riesa erstreckte. Riesa antwortete: „auf alle im Bezirk der Königlichen Amtshauptmannschaft gelegenen Stadt- und Landgemeinden und die Stadtgemeinde Lommatzsch.“

Schließlich bestätigte der Stadtrat Riesa dem Stadtrat Meißen am 17.12.1910 “es bestehen keine Bedenken ,daß Lommatzsch künftig zur Innung Meißen gehört“,(vergl. Innungsleben der Innung Riesa, A.W.).

Meißens Stadtrat teilte am 22.12.1910 der Königlichen Kreishauptmannschaft Dresden  mit: „15 selbständige Dachdecker haben die Gründung einer freien Innung für das Dachdecker-(Schiefer- und Ziegeldecker)-Gewerbe zu Meißen beschlossen.

Der Statutentwurf entspricht der Gewerbeordnung.

Die Innung soll sich auf den Bezirk erstrecken

1 Stadt Meißen,

2 Amtshauptmannschaft Meißen, einschl. Lommatzsch,

3 die Gemeinden Kötzschenbroda,Cossebaude,Moritzburg,

4 Wilsdruff ist noch nicht entschieden.“

Die Königliche Kreishauptmannschaft Dresden genehmigten Entwurf des Statuts, am 07.03.1911 reichte DDM Arthur Simon die Reinschrift des Statuts ein, erhielt es am 08.04.1911 genehmigt zurück. Nun mußte er noch 5 beglaubigte Abschriften des genehmigten Statuts beim Stadtrat Meißen einreichen - und der Weg zur Gründung der Dachdeckerinnung Meißen war frei .

 

Die Gründungsversammlung

der Dachdecker-(Ziegel- und Schieferdecker-)Innung Meißen

fand am Sonntag, den 30. April 1911 um 11.00 Uhr

im „Kaisergarten“ Meißen statt. 

(“Kaisergarten“: ursprünglich Gaststätte mit Saal, nach 1945 Kulturhaus „Max Dietel“, nach 1990 abgerissen, jetzt weiterer Neubau der Kreissparkasse Meißen, Bahnhofstraße/Dr.-Eberle-Platz, A.W.).

Unter Aufsicht eines Beauftragten des Stadtrates Meißen wurde der erste Innungsvorstand gewählt:

                       Hermann Tutsch, Meißen, Obermeister

                       Arthur Simon, Meißen, Stellvertr. des  Obermeister

                       Gustav Bastian, Meißen, 1. Schriftführer

                       Max Bock, Kötzschenbroda, 2. Schriftführer

                       Albin Funke, Meißen, Kassierer.

(Die Teilnehmer an der Gründungsversammlung, somit die Gründungsmitglieder, sind in den Unterlagen des Stadtarchivs nicht namentlich erfaßt, A.W.).

 

Innungsleben

Der erste Innungsstempel hatte folgendes Aussehen

Dachdeckerinnung Meißen

Ziegel- und Schieferdecker

zu MEISSEN

 

Am 08.02.1912 wählte die „Generalversammlung“der Meißner Dachdeckerinnung einen neuen Innungsvorstand:

                         Obermeister :Arthur Simon

                         Vorstandsmitglieder : Gustav Bastian, Albin Funke, Arno Kohlstrunk.

 

Zur Vorstandswahl am 05.06.1921 erhielten das Vertrauen

Arthur Simon, Obermeister              Arno Kohlstrunk, 1. Schriftführer

Albin Funke, Stellv. des Obermeisters  Kurt Rüdiger, 2. Schriftführer.

Gustav Bastian, Kassierer.

 

Mit Terminen kam eine Innungsleitung auch schon früher in Verzug. Zum Beispiel

ersuchte am 14.07.1921 die Gewerbekammer Dresden den Stadtrat Meißen um Unterstützung, weil die Dachdeckerinnung Meißen einen Fragebogen zu Lehrlingsangelegenheiten vom 20.05.1921 mit Erinnerungen am 11./29.06.21 einfach nicht beantwortet, „gegebenenfalls unter Androhung einer angemessenen Strafe“.

Jetzt reagierte Herr Simon, die angedrohte Strafe blieb aus.

Zur Innungsversammlung, die Arno Kohlstrunk 1923 zum Innungsobermeister  wählte,enthalten die bisher eingesehen Unterlagen keine Angaben, A.W..

 

Der 08. und der 09. Febr. 1925 bleiben wohl für immer ein Höhepunkt in der Geschichte der relativ kleinen Dachdeckerinnung Meißen. An diesen Tagen fand der 36. Verbandstag Deutscher Dachdeckermeister in Meißen statt (siehe Abschnitt „Erster Reichsverbandstag des Deutschen Dachdeckerhandwerks „).

 

Nicht zuletzt durch seine beispielgebende und umsichtige Organisation dieses Verbandstages

festigte Arno Kohlstrunk das Vertrauen und die Achtung seiner Innungskollegen. Das zeigte sich auch im Ergebnis der Vorstandswahl am 27.01.1926:

                         Arno Kohlstrunk, Meißen, Obermeister

                         Kurt Rüdiger, Nossen, 2. Vorsitzender

                         Gustav Bastian, Meißen, Kassierer

                         Otto Bastian, Meißen, Schriftführer

                         Max Müller, Meißen, Beisitzer

                         Oswald Schuricht, Weinböhla, Beisitzer

                         Max Klemich, Lommatzsch, Beisitzer.

 

1928 gehörten der „Freien Innung Meißen - Stadt Meißen und Umgebung-“25 Mitglieder an.

„Sieben Firmen der Amtshauptmannschaft Meißen sind nicht angeschlossen“.

 

Eine Außerordentliche Innungsversammlung fand am 10.06.1928 statt. Auf der Tagesordnung stand u.a. eine „Statutsänderung“. Es nahmen 17 von 25 Innungsmitgliedern teil. Sie stimmten mehrheitlich der Änderung zu.

Diese geänderte Satzung wurde am 31.08.1928 von der Kreishauptmannschaft genehmigt.

Inhalte dieser Satzung sind heute durchaus noch aktuell, zum Beispiel zur„Geschäftsordnung  für die ordentlichen und außerordentlichen Innungsversammlungen“:

„§ 6 Jeder Redner hat in ruhiger, sachlicher und würdiger Weise zu sprechen,alles Persönliche und Gehässige zu vermeiden und sich streng an den Gegenstand der Verhandlung zu halten. Zurufe oder persönliche Bemerkungen aus der Versammlung sind unzulässig“.

 

Die Dachdeckerinnung Meißen veröffentlichte in regelmäßigen Abständen Preisverzeichnisse         (Bild 3.).

 

Erster Reichsverbandstag des Deutschen Dachdeckerhandwerks

Ab Januar 1925 informierten diverse Anzeigen über einen bevorstehenden „Verbandstag der Dachdeckermeister Deutschlands“, u.a. in dieser Form

„Verbandstag der Dachdeckermeister Deutschlands 07. bis 10.02. 1925

der Wohnungsausschuß des Deutschen Dachdeckerverbandstages sucht 500 bis 600 Betten, bitte melden an Dachdeckermeister Arno Kohlstrunk, Großenhainer Straße ...“

Am 07.02.1925 veröffentlichte das „Meißner Tageblatt“

„36. Verbandstag Deutscher Dachdecker in Meißen,

Empfangsbüro: Hotel „Zum Roß“,

Tagungslokale: Hotel „Zur Sonne“,

                                  „Hamburger Hof“,

                                  „Alberthof“.

Fachausstellung: Eröffnung Sonntag, den 08.02.1925 10.00 Uhr im Hamburger Hof“

Zur Eröffnung dieser Fachausstellung resümierte Arnold Richter, noch Vorsitzender des „Zentralverbands Deutscher Dachdeckermeister“:

„Der Meißner Verbandstag ist der erste (bei 35 Vorgängern ! A.W.) , der eine derart große und schöne Ausstellung gebracht hat“

Von den Ausstellern wurden u.a. genannt:

1 Dachdeckerschule Glauchau auf der Galerie,“ mit Zeichnungen für das Dachdeckergewerbe“,

1 Dachdeckerschule Lehesten mit „wunderhübschen Modellhäusern“,

1 Schiefergrube Probstzella,eine Altdeutsche Schieferdeckung,Mansarde und Wangenkehle,

1 Ferdinand Hönicke,Meißen,(später Abbel ,A.W.) naturrote Biberschwänze,“ die Dachdeckermeister,Obermeister Arno Kohlstrunk auf einem Häuschen mit Ziegelkehle praktisch eindeckte“,

1 Lohse und Rothe, Niederau, teerfreie „Lohsol“-Bedachung,

2 Pree, Coswig, Dachpappen,

3 Max Henker,Holzhandel, Meißen, „eine ganze Fuhre Dachspäne“.

 

Am Abend des 08.02.1925 fand der „Begrüßungsabend“ im Hotel „Zur Sonne“ statt.

(Später Filmtheater „Filmbühne“,nach 1990 länger ungenutzt und Sanierung, jetzt wieder Filmtheater A.W.),

(Bild 4 ).

Die Begrüßung der Teilnehmer und Gäste erfolgte durch Obermeister Arno Kohlstrunk. Dachdeckermeister Zienert (Wilsdruff, A.W.) oblag die Ausgestaltung dieses Abends, seine

Tochter Charlotte trat als Ballett-Tänzerin auf und Gertrud Kohlstrunk sprach den „Zeidlerschen Dialog“. Ferner erinnerte man an den Schriftsteller Otto Ludwig, der in Meißen den Schieferdeckerroman „Zwischen Himmel und Erde“ schrieb.

 

Am Montag, dem 09.02.1925, ging es dann richtig zur Sache.

10..00 Uhr traf sich der „Bund Deutscher Dachdeckerinnungen“ (1925: 85 Innungen als Mitglieder mit 3614 Beschäftigten)  im Hotel „Goldene Sonne“, Leitung A. Richter,Berlin.

12.00 Uhr versammelte sich der „Zentralverband Deutscher Dachdeckermeister e.V.“( 1925: 2326 Mitglieder) im „Alberthof“, Leitung Müller,Neuwied.

Ziel beider, zunächst getrennter Beratungen war die Gründung eines einheitlichen

Reichsverbandes Deutscher Dachdeckermeister „.

Nach den getrennten Beratungen trafen sich die Teilnehmer gemeinsam im Hotel „Zur Sonne“.

An einer Festtafel wurden rd. 700 Teilnehmer „von der Platte versorgt, eine bisher einmalige Leistung in Meißen“.

Nach der Stärkung folgten Beratung und Abstimmung zum geplanten Zusammenschluß. Das wäre bald schief gegangen, Grund: keine Einigung über den Titel der zukünftigen Fachzeitung.

„Der Titel der Fachzeitung, eine ansich formale Sache, führt hier zu einem erbitterten Kampfe zwischen den Ansichten der beiden Verbände, der an Schärfe nichts zu wünschen übrig ließ“.

Der Widerstand kam vor allem vom „Zentralverband Deutscher Dachdeckermeister“, Vorsitzender und Mitglieder verließen frustiert den Tagungssaal, zur Weiterführung der Verhandlung erst bereit, wenn die“ Zeitungsfrage“ geklärt war.

Der „Bund Deutscher Dachdeckerinnungen“ hielt dagegen:

„Der Reichsverband kommt in Meißen zustande, wenn nicht anders, dann ohne den „Zentralverband Deutscher Dachdeckermeister“.

Resigniert stellte der Tagungsleiter Rektor Kuchenbäcker, Leiter der Dachdeckerfachschule Lehesten/Thür. fest:

„Eine große Sache scheint zu Grabe getragen, das alte Erdübel deutscher Zerrissenheit.“

Arno Kohlstrunk: „Die Kollegen wollten die Vereinigung, nur die beiden Zeitungsverleger kämpften dagegen, keiner wollte seinen Verlag einbüßen“.

Aber Schlichtungsversuche der Tagungsleitung hatten letztendlich Erfolg.

Man einigte sich auf den neuen Titel der Fachzeitung (Bild 5). Diese Kopfzeile des Titelblattes bestand bis Dezember 1936, A.W.

Damit war der Weg frei. Es vereinigten sich der

„Bund Deutscher Dachdeckerinnungen“

und der

„Zentralverband Deutscher Dachdeckermeister“

zum

„Reichsverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks“.

Zufrieden mit diesem Ergebnis, diskutierte man  u.a. auch über die Fachschulen des Dachdeckerhandwerks .

Glauchau /Sa. und Lehesten/Thür. wurden als Reichsverbandsschulen anerkannt

In Glauchau sollten nur solche Schüler aufgenommen werden,  die die „Gesellenprüfung hinter sich gebracht haben, hier wird der Hauptwert auf Technik gelegt“.

Lehesten „soll neben der Praxis auch der Technik Beachtung zuwenden“.

In diesem Zusammenhang wandte sich Rektor Kuchenbäcker gegen den Vorwurf, beide Schulen seien „Meisterpressen“.

Die Dachdeckerfachschule Mayen, heutige Bundesfachschule des Deutschen Dachdeckerhandwerks, war im Entstehen,, A.W.

Ebenfalls auf dem Meißner Verbandstag wurde eine neue Meisterprüfungsordnung in Auftrag gegeben. Meinungen, den Prüflingen werde zuviel abverlangt, entgegnete die Verbandsleitung „Die Zukunft wird uns Handwerksmeister auf Proben stellen, die nur von Männern bestanden werden, die unbedingt mehr als nur praktisch arbeiten können“. Das war 1925 ! Ahnte die Verbandsleitung schon die „Proben“ von 2001? (A.W.).

Die Teilnehmer diskutierten auch erste Ansätze zu neuen „Deckregeln“, für die dann auf dem 2. Reichsverbandstag 1926 in Görlitz der Start erfolgte. Unter anderem erarbeitete eine

„Kehlenkommission“ Regeln für die „Deutsch eingebundene Kehle mit Biberschwänzen“.

Am 09. Febr. 1925, 19.00 Uhr, schloß der erste Reichsverbandstag des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Meißen.

 

Mit „Die gute Arbeit auf dem Dach verlangt den Meister in seinem Fachwarb die Fachzeitung „Deutsches Dachdeckerhandwerk“ zum Beispiel 1928:

Dachdeckermeister, schickt Eure Söhne .......auf eine der drei vom Reichsinnungsverband des Dachdeckerhandwerks anerkannten Fachschulen

Deutsche Dachdeckerschule Glauchau/Sa., gegr.1905, A.W.

Dachdeckerfachschule Lehesten/Thür.,gegr. 1910, A.W.

Dachdeckerfachschule Mayen/Rhld.“,gegr. 1925, A.W.

 

Geschichte der Dachdeckerinnung Meißen 1933 bis 1945

Zu diesem historischen Abschnitt unserer Innung konnten vorerst nur wenig Unterlagen gesichtet werden.

Nach 1930 entstanden aus den bisher überwiegenden freien Innungen vielfach Pflichtinnungen, sog. „Zwangs“innungen. Innerhalb des Sächsischen Landesverbandes des Dachdeckerhandwerks (Gau 6 - Sachsen) wurden zum Beispiel 1933 nur noch die Dachdeckerinnungen Meißen und Leisnig als „Freie Innungen“ genannt. Die erste entscheidende Veränderung im Innungsleben zur Zeit des Nationalsozialismus  brachte die 1934 erlassene „Erste Verordnung über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks“ kurz als „Handwerkergesetz“ bezeichnet.

Es verfügte u.a.

Alle in die Handwerksrolle eingetragenen Gewerbetreibenden, die das Handwerk ausüben, für welches die Innung errichtet ist, gehören der Innung pflichtgemäß (Hervorh. A.W.) an.“

Damit war die Zeit für unserer Dachdeckerinnung als freie Innung abgelaufen.

Der Obermeister wurde nicht mehr wie bisher von der Innung auf bestimmte Zeit gewählt, sondern nach Anhörung des für die Innung übergeordneten Fachverbandes von der Handwerkskammer auf unbestimmte Zeit bestellt. Er mußte lediglich jährlich in seiner Innung die Vertrauensfrage stellen. Zu seiner Unterstützung bestellte der Obermeister aus seiner Innung selbst einen Beirat. Mehr eine Formsache, denn Einsprüche des Beirates mußte der Obermeister nicht akzeptieren.

Im November 1934 fand die erste Innungsversammlung als nunmehrige Pflichtinnung statt

(Bild 6 ).Später bildete man Fachgruppen. Der Obermeister wurde Fachgruppenleiter. Arno Kohlstrunk behielt nach jährlich gestellter Vertrauensfrage die Funktion des Obermeisters, führte die Innung mit Fachkompetenz und starker Hand, wie u.a. Bekanntmachungen in der Fachzeitung „Deutsches Dachdeckerhandwerk“ zeigten (Bild 7 ). Zum Vergleich, heute formuliert der Obermeister :

Wir laden Sie zu dieser Versammlung recht herzlich ein. Wir würden uns freuen, Sie begrüßen zu können“.Ob Stil und Ton der Einladung die Teilnahme wesentlich beeinflußt(e),

ist vorerst nicht überliefert.

 

Im April 1936 unterbreitete Arno Kohlstrunk seiner Innung den Vorschlag „Ende Mai, Anfang Juni d.J.“ das 25-jährige Bestehen der Dachdeckerinnung Meißen zu feiern. Er hielt „eine Feier in bescheidenem Rahmen gerechtfertigt“.

Tatsächlich fand sie am 07. November 1936 statt (Bild 8 ).

 

Daß Dachdeckerbetriebe auch schon 1938 mit der „Zahlungsmoral“ ihrer Auftraggeber Schwierigkeiten hatten, belegt eine Rechnung mit quittierten Ratenzahlungen (Bild 9 ).

 

Nach einem Rundschreiben im November 1944 sollten vorwiegend Reparaturarbeiten in Stundenlohn ausgeführt werden, größere Bauleistungen zu „festen“ Preisen ( Bild 10).

 

Die Berufsgruppen des Dachdeckerhandwerks 1945 - 1990

Die hier mit ausgewählten Beispielen zu den gesellschaftlichen Bedingungen und zur wirtschaftlichen Lage gebrachten Erinnerungen sind wohl erforderlich. Denn 45 Jahre in der historischen Entwicklung unseres Dachdeckerhandwerks, faktisch organisiert in einer Berufsgruppe, sollten nicht einfach übersprungen werden.

Nach 1945 bestimmten u.a. Befehle der sowjetischen Militäradministration auch die Entwicklung des Handwerks. Zum Beispiel durften lt. Befehl Nr. 3 vom Januar 1946 die Arbeitsämter Selbständige von den damals üblichen Arbeitseinsätzen befristet oder „bis auf weiteres“ freistellen. Befehl Nr. 160 vom Mai 1946 ließ Einkaufs- und Liefergenossenschaften des Handwerks, Befehl Nr. 161 die Handwerkskammern (wieder) zu . Im August 1950 beschloß die Volkskammer der DDR das „Gesetz zur Förderung des Handwerks“. Darin war zum Beispiel die Meisterprüfung als Voraussetzung für die Genehmigung zum Führen eines Handwerksbetriebes festgeschrieben. Als Handwerksbetriebe galten Unternehmen bis höchstens 10 Beschäftigte.

 

Nach dem Auflösen der Innungen schlossen sich die Handwerker in Berufsgruppen des

Handwerks zusammen. Die Leitung oblag dem von der Berufsgruppenversammlung gewählten Obermeister. Später durfte die Berufsgruppenversammlung ihren Obermeister nur vorschlagen, berufen wurde er von der Handwerkskammer. Für die Berufsgruppen gab es keine Statuten und keine Wahlperioden.

 

Der „Berufsgruppe Dachdecker Kreis Meißen“ gehörten 1954 an

aus dem Kreis Meißen                      aus dem Kreis Großenhain

Bastian, Hans               Meißen                         Eichorn, Paul              Skässchen                                                                                                    

Bastian,Otto,                Meißen                         Held, Herbert             Großenhain

Bastian, Werner           Meißen                         Held, Manfred            Großenhain

Bednar, Josef   Nieschütz                     Hübner, Reinhold        Lampertswalde

Dietze, Kurt     Gruna/Nossen              Jäger, Max                  Großenhain

Franke, Walter Weinböhla                    Kretzschmar, Willy     Lampertswalde

Friedrich,Alfred           Deutschenbora             Leuschner, Alfred       Gävernitz

Fuhrmann, Willy           Miltitz                          Purath, Max               Nauwalde

Glunde, Fritz    Meißen                         Schade, Oswin           Görzig

Hanisch, Alfred            Gauernitz                     Strobel, Gerhard         Großenhain

Heinitz, Rudolf Lommatzsch                 Strobel, Herbert         Großenhain

Kohlstrunk, Arno         Meißen                         Weise, Ewald             Obermittelebersbach

Kretzschmar, Arthur    Coswig                         Wolf, Gustav             Dobra

Lehmann, Arthur          Großdobritz                  Wolf, Otto                Thiendorf

Miersch, Richard         Meißen

Mietzsch,Richard         Lommatzsch                 aus dem Kreis Riesa

Möhler, Erich               Pinnewitz                      Beger, Emil                Plotitz

Müller, Karl     Meißen                         Bernhard, Richard       Riesa

Quittel, Max     Weinböhla                    Fiedler, Erich               Riesa

Riedrich, Franz Leuben                         Hauptmann, Erich        Riesa

Rüdiger, Kurt   Nossen                         Kretzschmar, Paul        Staucha

Schubert, Ernst            Weinböhla                    Marschner, Fritz          Riesa

Schubert, Max Planitz                          Müller, Herbert            Stauchitz

Schulz, Ernst    Meißen                         Röber, Richard            Strehla

Siegemund, Max          Weinböhla                    Schlehahn, Erhard        Riesa

Spindler, Willy Meißen                         Schluckwerther, Arth. Frauenhain

Stiller, Franz     Zehren                          Schluckwerther,Osw.  Diesbar

Tschaplik, Walter         Meißen                         Weber, Fritz                Riesa

Wagner, Richard          Nossen                          Zillig, Heinz                Riesa

Wünsche, Erich            Röhrsdorf

Zeischler, Bruno           Coswig

 

In den Folgejahren gab es in vielen Betrieben den Generationswechsel (vergl. Abschn.“Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain stellt sich vor“), einige Betriebe

gingen in den ab 1958 gegründeten „Produktionsgenossenschaften des Handwerks“ (PGH) auf, andere wurden ohne direkten Nachfolger alters- oder krankheitsbedingt aufgegeben.

 

Episoden

Die Meißner Berufsgruppe traf sich jahrelang zu ihren monatlichen Berufsgruppenversammlungen im Hotel „Zum Roß“, Meißen. Beispiel einer Mitteilung des Obermeisters Willy Fuhrmann an die Kreisgeschäftsstelle der Handwerkskammer  Meißen 1979:

„Die Berufsgruppenversammlungen finden jeden 2. Donnerstag im Monat 17.00 Uhr

in der Gaststätte „Zum Roß“, Meißen,statt.

An diesen Tagen sollen aktuelle Tagesfragen, Preisrecht, Lehrlingsfragen, Planaufgaben, Genossenschaft, Arbeitsschutz und Verschiedenes zur Aussprache und Auswertung kommen“.

Zur „aktuellen Tagesfrage“ wurden die Diskussionen um Material, Geräte und Beauflagung. Moderator war mit eisernen Nerven Rolf Jäger, langjähriger Geschäftsführer der

„Einkaufs- und Liefergenossenschaft des Bauhaupt- und Baunebenhandwerks Meißen“,

kurz ELG Bau Meißen. Ihr oblagen u.a. Planung und Bilanzierung des Handwerks im Auftrag übergeordneter Staats- und Wirtschaftsorgane.

 

Viele unserer Dachdeckerbetriebe begannen nach 1945 mit bescheidenen Transportmitteln. Nicht selten waren ein Moped mit 50-kg-Fahrradhänger erstes eigenes Betriebsfahrzeug. Glücklich schätzten sich z.B. Besitzer eines Dreirades „TEMPO“ mit 200 cm3 Hubraum und 0,5 Tonnen Tragfähigkeit  oder eines vierrädrigen Kleintransporters aus der Vorkriegszeit, später von  FRAMO, BARKAS oder WARTBURG mit Ladefläche abgelöst (Bild 11). Der Fuhrpark wurde ergänzt mit Kleintransportern aus sowjetischer und rumänischer Produktion, die für ihren Benzindurst bekannt waren.

 

1952 erhielt DDM Möhler acht Sack Zement auf Freigabe vom Kreisrat.

 

Mit der Einführung des HQ-Bogens (Handwerker-Quartalsberichterstattungsbogen, A.W.) im ersten Quartal 1954 mußten auch unsere Dachdeckerbetriebe ihre Planerfüllung regelmäßig abrechnen. Als Grundlage dienten die VbE (Vollbeschäftigteneinheiten, A.W.). Das tatsächliche Leistungsvermögen der Betriebe war sekundär.

Später kam noch die Berichterstattung über geleistete NAW-Stunden ( freiwillige, i.d.R. nicht vergütete Stunden im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes, A.W.) sowie über gewonnenes und/oder wiederverwendetes Altmaterial dazu. Diese „Pflichtaufgaben“ bestanden bis 1990.

 

Ebenfalls 1954 trat der „Tarifvertrag für die Handwerksbetriebe des Bauhaupt- und Baunebengewerbes.....in der DDR“ in Kraft. Er legte u.a. die Einteilung nach Ortsklassen A und B fest. Das Territorium der Berufsgruppe Meißen gehörte zur Ortsklasse B.

Die tarifliche Entlohnung erfolgte nach insgesamt acht Lohngruppen zugeordneten Tätigkeitsmerkmalen. Der Dachdecker war mit dem Maurer,Zimmerer,Ofensetzer u.a. der Lohngruppe V. Die Tätigkeitsmerkmale waren „Facharbeiten, die Handfertigkeiten,eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein systematisches Anlernen durch mehrjährige Berufserfahrung verlangen.“ Der Leistungsgrundlohn betrug z.B. in Ortsklasse B, Lohngruppe V 1,37 DM, für Zeitlohnarbeiten 1,19 DM. Für bestimmte Arbeiten waren Erschwerniszuschläge zu gewähren, z.B. für hohe Arbeiten 25 Pfg./Std., Schmutzarbeiten 10 Pfg./Std., bituminöse Arbeiten 10 Pfg./Std., für Fahrstuhlarbeiten an Türmen gab es 40% Zuschlag auf den Grundlohn. Das Lehrlingsentgelt war für das erste Halbjahr mit 85,00 DM, für das letzte Halbjahr mit 120,00 DM/Monat festgesetzt. Selbst die Aufteilung des Mehrverdienstes einer Gruppe (“Gruppenakkord“)war vorgeschrieben. Die Verteilung hatte nach den anteiligen Stunden und prozentual nach dem Grundlohn zu erfolgen. Ergebnis: bei gleichem Stundenanteil erhielt die höhere Lohngruppe einen höheren Anteil vom Gruppen-Mehrverdienst. Zum Vergleich: im Jahr 2000 betrug der tarifliche Stundenlohn für Dachdecker-Gesellen 24,66 DM, das monatliche tarifliche Lehrlingsentgelt unter 18 Jahre im ersten Ausbildungsjahr 733,00 DM, im letzten 1265,00 DM

 

Ab 1958 entstanden im jetzigen Innungsterritorium folgende Produktionsgenossenschaften des Handwerks :

PGH des Bauhaupt- und Baunebenhandwerks Röhrsdorf, 1958

PGH „Frischer Wind“ Riesa, 1958

PGH „Morgenrot“ Großenhain, 1958

PGH „ Bedachung „ Nossen, 1959

PGH “Vorwärts“ Riesa ,1969.

 

1966 traten mehrere Preisanordnungen (PAO, A.W.)  in Kraft. Für unser Dachdeckerhandwerk waren u.a. von Bedeutung: PAO 4410 mit mehreren Heften für Neubauleistungen , PAO 4415 mit mehreren Heften für Baureparaturen, PAO 4604 regelte „ Preise für Baumaterialien bei Lieferung an den Einzelhandel und Verkauf an die Bevölkerung“.

 

Das Kreisbauamt Meißen informierte 1972 den Obermeister der Berufsgruppe über mögliche

Asbeststaubgefährdung im Dachdeckergewerbe, „ weil in den Wintermonaten Asbestzementplatten mit Trennschleifmaschinen getrennt werden. Der exponierte Personenkreis ist durch klinische und röntgenologische Reihenuntersuchungen zu überwachen“.

 

1973 geriet u.a. Dachdeckermeister Manfred Hanisch aus Gauernitz in Verzug mit dem Be-

seitigen planbeauflagter Sturmschäden. Prompt mahnte ein Bürgermeister:“...das Kreisbauamt teilte uns mit, daß Sie verpflichtet sind, die Sturmschäden von 1972 zu beseitigen

(Kennziffer 6,5 TM)“

 

Zur Berufsgruppe Dachdecker Meißen gehörten 1973  22 Handwerksbetriebe.

 

1974 gab es eine Mitteilung, daß die Verträge für Dachziegel/-steine gegenüber dem Vorjahr drastisch gekürzt werden (Bild 12 ).

Im gleichen Jahr erhielt die Berufsgruppe Dachdecker u.a. zum Aufbau eines Lehr-

lingsschulungsraumes zur ständigen Beschulung in der „Roten Schule“ 1.200,00 Mark mit der Auflage zur „Pflicht der Teilnahme am sozialistischen Berufswettbewerb“.

 

1975 wurden die 17 Mitgliedsbetriebe der Berufsgruppe Dachdecker Meißen mit 2.270,0 Tausend Mark(TM) Plansumme beauflagt. Sie erarbeitete einen Gegenplan mit 2.690,0 TM (Bild 13). 

 

Im Preisaktiv der Berufsgruppe arbeiteten zum Beispiel 1975 und 1977 die Dachdeckermeister

Willy Fuhrmann, Miltitz,

Wolfgang Quittel, Weinböhla

Manfred Scherf, Nossen.

 

„Klein- und Ausbaumechanismen“ kamen u.a. 1976 zur Verteilung. Die vorgegebene Reihenfolge war zu beachten (Bild 14 ).

 

1977 teilte der VEB „Vereinigte Thür. Schiefergruben Unterloquitz“ der ELG Bau Meißen mit, daß das Aufkommen an Dach- und Wandschiefer in der Republik infolge verminderten Rohsteinaufkommens zurückgeht und Bemühungen zur Schaffung eines Substitutionsmaterials intensiv  laufen.

„Wenn Sie von uns die Mitteilung erhalten haben, daß Sie 1978 den beantragten Turm-

schiefer nicht erhalten können, dann entspricht das voll und ganz den vorgenannten

Schwerpunkten“.

Ebenfalls 1977 informierte die Handwerkskammer Dresden alle Betriebe des Bezirkes Dresden,daß „der Abblockungskooffizient (Verrechnungsfaktor vom Hundert, A.W.) bei Betondachsteinen für die Bevölkerung und gleichgestellte Abnehmer 0,82 bei Neubau und 0,78 bei Baureparaturen beträgt“.

 

1979 teilte das Kreisbauamt mit, daß das Dachziegelwerk Riesa-Forberge 1980 rekonstruiert wird und deshalb“ keine keramischen Plattenziegel aus diesem Werk zur Verfügung stehen. Als Ausgleich kann angeboten werden

-Doppelplattendachsteine (Betondoppelbiber) vom VEB Ziegelwerk Halle,Werk Reuden

-Erhöhung der Verträge Betondachsteine Doppelrömer,

-kleine Mengen keramische Plattenziegel gelb vom VEB Lübschütz Krs. Wurzen, dort

Selbstabholung notwendig (und das von Meißen aus !,A.W.).

Im gleichen Jahr machte sich ELG-Geschäftsführer Rolf Jäger für die Lieferung dringend benötigter Reifen für betrieblich genutzte Fahrzeuge der Berufsgruppenmitglieder stark, aber

„nach wie vor ist es notwendig, abgefahrene Reifen zur Runderneuerung zu bringen“.

Desgleichen bittet er den Maschinenbauhandel um eine Teillieferung, weil „Dachpapp- und Schiefernägel verzinkt restlos alle sind“.

 

Überhaupt nahm die Art der Materialzuteilung zeitweilig groteske Formen an. In manchem Jahr erhielt jeder Dachdeckerbetrieb der Berufsgruppe 1,5 Stück Aussteigefenster pro VbE.

 

1980: eine Objektbeauflagung (-bilanzierung) erfolgte nach der Anzahl der Beschäftigten.

„Gute“ Seite der Bevormundung: die Betriebe waren ausgelastet, Geld kam auch

(Bild 15).

 

1983 informiert DDM Erich Möhler, daß im Kreis Meißen zwei Betriebe das

Schweißverfahren bei Bitumendachbahnen anwenden.

 

Die Berufsgruppe des Dachdeckerhandwerks kam nicht umhin, am „von oben“ initiierten

innerbetrieblichen Wettbewerb der ELG Bau teilzunehmen (Bild 16). Auch das kam in die Wertung:

Teilnahme je Mitglied an den Berufsgruppenversammlungen (namentliche Nennung),

auch bei entschuldigtem Fehlen                                    10 Punkte,

für Mitarbeit als „Handwerksfunktionär“ je Sitzung                  2 Punkte,

bei Tagungen über 5 Stunden                                        5 Punkte.

Unter den Berufsgruppen in der ELG Bau Meißen wurden die jährlichen Sieger ermittelt. Dafür gab es Geldprämien. Unsere Berufsgruppe gehörte mehrmals zu den Glücklichen. Sie erhielt u.a. 1975 für den 6. Platz 1.050,00 Mark, 1976 für den 3. Platz 750,00 Mark.

 

Um den Verfall der Bausubstanz aufzuhalten, beschloß der Ministerrat der DDR

1984 das „Dachinstandsetzungsprogramm.“ Bis 1987 sollten alle Dächer dicht“ sein.

„Wundermittel“ zum Erreichen dieses Zieles waren ab etwa 1980 Fließstrecken, Erzeugnislinien und Technologische Linien. Fundamentale Erkenntnis:

„ Die Dachreparatur hat den Vorrang, da alle Rekonstruktionsmaßnahmen an darunterliegenden Bauwerksteilen nur sinnvoll sind unter dem Schutz eines funktionstüchtigen Daches“.

Es wurden Technologische Linien und Schnelle Technologische Linien organisiert, letztere teils in „Feierabendarbeit“ (aus heutiger Sicht organisierte Schwarzarbeit,A.W.). Die Berufsgruppe des Dachdeckerhandwerks Meißen konnte nicht abseits stehen. Unter Leitung der ELG Bau Meißen arbeiteten ab 1983 auch private Dachdeckerbetriebe in der Technologischen Linie des Bauhandwerks Burgstraße Meißen.

 

Kurios war mitunter die Abrechnung der Aktion „Dächer dicht“: in der Deckung eines 5-geschossigen Wohnblocks galt es an Einzelstellen ein paar Dachsteine auszuwechseln. Gemacht- und schon waren einige hundert Quadratmeter Dach instandgesetzt. Das brachte nicht nur Punkte im Wettbewerb, sondern auch eine höhere Planerfüllung. Das wiederum sicherte höhere Anteile bei der nächsten Materialzuweisung

 

1981 wählte die Berufsgruppe als Versammlungsort die Gaststätte „Karpfenschänke“in

Zadel. Wenn auch der Versammlungsort ein anderer war, bis 1990 blieben die Probleme

in den monatlichen Berufsgruppenversammlungen die gleichen.

 

Nach der Gründung des selbständigen Kreises Riesa 1953 wurde die Berufsgruppe des Dachdeckerhandwerks Kreis Riesa gebildet .Ihr gehörten die 1954 in der Berufsgruppe Meißen aus dem Kreis Riesa genannten Betriebe an. Die dort genannten Betriebe aus dem Kreis Großenhain blieben bei der Berufsgruppe Meißen. Die Berufsgruppe Riesa führte

ihre Versammlungen ebenfalls einmal monatlich durch. Das erfolgte teils im „Haus des Handwerks“ Riesa, teils im Kulturraum der PGH „Frischer Wind“ Riesa. Die Planung oblag direkt dem Kreisbauamt Riesa, die Materialversorgung erfolgte mit über die ELG Bau Meißen.

Insgesamt mußte sich die Berufsgruppe Riesa den gleichen Problemen stellen wie die Berufsgruppe Meißen: Materialversorgung, Planerfüllung Wettbewerb. Auch in  Technologischen Linien arbeitete die Berufsgruppe Riesa mit, zum Beispiel in einer zentralgeleiteten in der Riesaer Goethestraße und in einer unter Selbstregie im Ort

Seerhausen .

 

Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain

Vorgeschichte

Im Juni 1990 gründeten bis dahin in Berufsgruppen des Dachdeckerhandwerks

zusammengefaßte Dachdeckerbetriebe die Dachdeckerinnung Dresden

Sie umfaßte im wesentlichen den ehemaligen Bezirk Dresden. Erster Innungsobermeister war Dipl.-Betriebswirt und Dachdeckermeister Claus Dittrich,Dresden. Nach seiner Wahl zum Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes des Dachdeckerhandwerks Sachsen im Oktober 1990 wählten  die Innungsmitglieder der Dachdeckerinnung Dresden Dachdeckermeister Horst Schilling,Radeberg, zum Innungsobermeister. Im April 1992 wurde Dachdeckermeister Thomas Wagner,Dresden, in dieses Ehrenamt gewählt.

Diese große Innung unterteilte sich, den damaligen politischen Kreisgrenzen folgend, in

fünf Kreisinnungen. Ihre Leitung oblag gewählten Kreisinnungsmeistern.

 

Kreisinnung    I Freital,Dresden-Land, Dresden-Stadt,

                        Kreisinnungsmeister: Volkmar Pietsch, Dresden

 

Kreisinnung   II            Dippoldiswalde, Neustadt,Pirna,Sebnitz,

                        Kreisinnungsmeister: Manfred Bredner, Pirna

 

Kreisinnung  III            Bautzen, Bischofswerda,Kamenz

                        Kreisinnungsmeister: Manfred Schneider, Steina

 

Kreisinnung  IV            Görlitz, Löbau,Niesky,Zittau

                        Kreisinnungsmeister: Christian Heinrich, Lawalde

 

Kreisinnung   V         Großenhain    ( 6 Mitgliedsbetriebe)

                        Meißen                      (15 Mitgliedsbetriebe

                        Riesa              ( 3 Mitgliedsbetriebe)

                        Kreisinnungsmeister: Peter Helmert, Meißen.

 

 

Innungsgeschichte nach der Wende

Nach dem gesellschaftlichen Umbruch 1989 wurden die ehemaligen politischen Bezirke der DDR als „neue Bundesländer“ zum „Beitrittsgebiet“. Noch bestanden die Berufsgruppen.

Aber die Themen  in den Berufsgruppenversammlungen änderten sich abrupt. Jeder versuchte

mit klarem Kopf seinen Standort zu bestimmen, seine Existenz unter genau gegensätzlichen

wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen als bisher zu sichern. Vieles Neues mußte praktisch über Nacht angeeignet, besser: beherrscht werden. Die meisten Handwerkskollegen , in die gesellschaftlichen Verhältnisse der DDR hineingeboren und darin aufgewachsen,kannten das Wort „Innung“ bestenfalls vom Hörensagen. Wer kannte sich zum Beispiel aus im Wettbewerb der freien Marktwirtschaft, in den damit verbundenen Bedingungen der Preisbildung, mit Bauleistungen nach VOB ? Wer überschaute die Bedeutung der Bauberufs-Genossenschaften, der Innungskrankenkassen oder die neue Rolle der Handwerkskammern, nachdem ab Juli 1990 das Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HWO) auch für die neuen Bundesländer galt ?

Plötzlich gaben sich Unternehmerberater,Vertreter der Baustoffindustrie ,der Bürotechnik und andere beim Handwerksmeister die Klinke in die Hand. Viele in seriöser Absicht, aber auch solche, die unsere Unkenntnis und Unsicherheit brutal nutzten, um uns über den Tisch zu ziehen. Gleiches traf für Dachdeckerbetriebe zu. Goldgräberstimmung machte sich breit. In  kürzester Zeit entstanden Niederlassungen und „Töchter“. Bei den „Neuen“ war was zu holen, man mußte nur am Aufbau Ost teilhaben wollen. Schon bald merkten die ersten, daß hiesige Dachdecker mit Qualitätswerkstoffen auch Qualitätsarbeit leisten konnten, die Fertigkeiten  hatten sie ohnehin. Und die Fischgründe waren überfischt, ehemals saftige Weiden abgegrast. Also wurde zum Rückzug in die Basislager westlich der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze geblasen. Manche blieben und einige wurden Mitglied der ansässigen Innungen.

 

1990 besuchten viele Mitglieder unserer Berufsgruppe erstmals die Fachausstellung “DACH  UND WAND“ in Essen, staunten über die uns unbekannte Vielfalt der Angebote und knüpften erste persönliche Kontakte zu Berufskollegen in den alten Bundesländer.

 

Im August 1990 führten Herr Hauptgeschäftsführer Geyer des Landesinnungsverbandes

Niedersachsen und Bremen und Schulleiter der Fachschule dieses Bundeslandes in Skt. Andreasberg sowie Herr Barke, Geschäftsführer und Fachschuldozent an dieser Schule

für die Dachdeckerinnung Dresden ein Seminar im Beruflichen Schulzentrum Meißen durch. Im Mittelpunkt standen die Themen

1 Einführung zum Bauvertragsrecht,

2 Einführung in die Kostenrechnung

3 Fachkalkulation mit Fallbeispielen.

Teilnehmer waren der Obermeister, seine Stellvertreter, die Kreisinnungsmeister und ihre Stellvertreter sowie interessierte Kollegen (Bild 17).

 

Wiedergründung

1992 beschlossen die meisten Mitgliedsbetriebe der Kreisinnung V eine eigene

Dachdeckerinnung zu gründen.

Die Gründungsversammlung fand am 04. Juni 1992 in der Gaststätte „Karpfenschänke“

unter Leitung des Geschäftsführers der Kreishandwerkerschaft Mittelsachsen Herrn Tittmann statt.

Dieser Tag gilt uns als Wiedergründung der Dachdeckerinnung Meißen, jetzt

Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain.

 

An der Gründungsversammlung nahmen teil (Reihenfolge alphab. A.W.):

Beck, Thomas  Coswig                        Juhr, Gottfried GmbH  Tauscha

Burghardt, Helfried      Ilkendorf                      Klingner, Joachim        Deutschenbora

Dachsel, Joachim         Taubenheim     Kretzschmar, Lutz        Lampertswalde

Dähne, Rudi     Meißen                        Lehmann, Siegfried      Nossen

Fiedler, Gottfr. GmbH  Riesa               Menzel, Hans-Jürgen   Meißen

Fuhrmann, Andreas      Miltitz              Möhler, Lothar Ziegenhain

Heinitz, Frank  Lommatzsch     Quittel, Wolfgang         Weinböhla

Held, Gottfried Großenhain      Schluckwerther, Gert   Frauenhain

Helmert, Peter  Meißen                        Simon, Bernd   Nieschütz

Herrich, Gerd   Ockrilla                       Wachtel,Hans-Jürgen   Coswig

Herrich, Herbert          Ockrilla                       Weise,Erhard   Lampertswalde.

Honnen, Karl   Zeithain

Nicht alle Teilnehmer waren wahlberechtigt.

 

Zum Obermeister der Innung wurde Peter Helmert gewählt. Ihm standen zur Seite:

Erster Stellvertreter                  Gottfried Held

Zweiter Stellvertreter               Gert Schluckwerther

Vorstandsmitglieder                 Frank Heinitz

                                   Hans-Jürgen Menzel

                                   Lothar Möhler              (Bild 18 ).

Rechnungs-/

Kassenprüfungsausschuß         Lutz Kretzschmar

                                   Wolfgang Quittel

Ausschuß für

Lehrlingsstreitigkeiten               Andreas Fuhrmann

Gesellenprüfungsausschuß        Karl-Heinz Müller vorgeschlagen, später gewählt.

 

Als Gäste waren anwesend:

Christian Weimert,                   Zschochau

Reinhold Weimert,                   Döbeln

Bernd Winkler,                        Meißen (Fa. Kohn).

 

Eine weitere Innungsversammlung am 02. Juli 1992 faßte den Beschluß zum Anschluß der Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain an die Innungskrankenkasse

Mittelsachsen.

Außerdem wurde ein Gesellenausschuß gewählt. Dieser wählte seine Vertreter für

1 den Ausschuß für Berufsbildung,

1 den Gesellenprüfungsausschuß,

2 den Ausschuß für Lehrlingsstreitigkeiten.

 

Am 30. September 1992 erfolgte durch die Handwerkskammer Dresden die offizielle

Herauslösung der Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain aus der Innung Dresden.

Mit ihrer Unterschrift versicherten die nunmehrigen Obermeister Thomas Wagner und

Peter Helmert, daß„gegenseitig keine Vermögensansprüche erhoben werden und evtl. rückständige Beiträge gegenüber der Dachdeckerinnung Dresden ausgeglichen werden.“

 

Peter Helmert übte damit das Ehrenamt des Obermeisters in drei Formen unserer Berufsorganisation aus: Berufsgruppe,Kreisinnung,selbständige Innung. Die Handschrift seines meisterlichen Könnens tragen u.a. auch viele schiefergedeckte Türme in unserer Gegend (Bild 19).

 

Innungslade

Der Ursprung der Innungsladen kann auf die Zunftladen zurückgeführt werden.

Mit Beginn des 13. Jhdt. organisierten sich in größerem Umfang vor allem städtische Handwerker in Zünften. Von der Obrigkeit anerkannte und größere, mit soliden Finanzen ausgestattete Zünfte eröffneten „eigene Laden“. Das Aufbewahren des Ladenschlüssels oblag einem von der Zunft benannten Meister. Die Zunftladen enthielten wichtige Dokumente wie z.B. die Zunft- oder Amtsbriefe und die jährlich verfaßten Zunftbücher. Äußerlich verrieten sie meisterliche Handwerkskunst in Form, Holzart und –bearbeitung. Sie wurden zusammen mit der Zunftfahne und dem –schild im Versammlungslokal der Zunft aufbewahrt. Nur vor geöffneter Zunftlade erfolgten dann die „zünftigen“ Handlungen, u.a. wurden Lehrlinge nach bestandener Gesellenprüfung „von der Lehre freigesprochen und zum Gesellen erklärt“ oder Gesellen zum Meister gesprochen.

Nach dem Niedergang der Zünfte entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. auch Dachdeckervereine oder Meistervereinigungen und Innungen. Letztere setzten bestimmte Traditionen der Zünfte unter neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen fort. Dazu gehört auch die Innungslade.

Über eine Innungslade der Dachdeckerinnung Meißen ist uns vorerst nichts bekannt. Die jetzt

vorhandene Lade der Innung Meißen-Riesa-Großenhain ist somit keine Nachbildung, sondern eine Erstschöpfung. Ihr Entstehen ist eher einem Zufall zu danken.

Der Schnitzzirkel Leuben Krs. Meißen suchte einen Sponsor für die recht teuren

Schnitzbestecke. Frank Heinitz, nahm sich der Sache an, vermittelte einen Sponsor. Als Dank wollte der Schnitzzirkel eine Gegenleistung bringen. Man einigte sich auf das Herstellen und Gestalten des Ladendeckels : Ein Walmdach mit stilisierter Deckung, dem Berufswappen und den Wappen der Städte Meißen, Riesa, Großenhain aus Eiche gefertigt.

Den Ladenkubus fertigte Tischlermeister Kahnt aus Dörschnitz ebenfalls aus Eiche. Schloß

und Beschläge in rustikaler Ausführung steuerte Peter Helmert bei (Bild 20 ). 1994 war die feierliche  Eröffnung“ der Innungslade im Rahmen einer Innungsversammlung. Seither hat sie nach alter Tradition ihren Stammplatz im Versammlungslokal. Der Obermeister öffnet sie vor jeder Innungshandlung. Sie enthält aktuelle und historische Innungsdokumente oder deren Kopien.

 

Die Innungsfahne

Innungsfahnen haben die gleiche Bedeutung und Tradition wie Innungsladen. Meist mit dem Zunft-(Innungs-)Zeichen vesehen, sind sie Symbol handwerklicher Gemeinsamkeit (Innung

-Einigung, A.W.).

Die Dachdeckerinnung Meißen war wieder gegründet. Erst vereinzelt, dann immer massiver wurden Stimmen in der Innung laut, daß auch eine neue Innungsfahne erforderlich sei. Gesucht wurde ein Innungsmitglied, das die Herstellung der neuen Fahne organisierte. Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Menzel war bereit, sich „mal umzusehen“.

Einen sichtbaren Erfolg konnte er bei keiner der häufiger werdenden Anfragen seiner Innungskollegen nachweisen. Das hatte seinen Grund.

Bereits 1992 spürte er bei strengster Geheimhaltung  in einer Bodenkammer über der Wohnung des ehemaligen Obermeisters Simon mit Unterstützung dessen Nachfahren die alte Innungsfahne auf. Die Fahne und das textile Zubehör wie die gestifteten Fahnenschleifen waren gut erhalten in einem Leinentuch verstaut. Selbst die Motten hatten sich nicht eingenistet. Desolater war der Zustand von Fahnenstange und der ebenfalls gestifteten Fahnennägel. Erstere war verzogen, die Farbe teilweise abgelöst und verblichen. Fahnennägel und verzierte Fahnenspitze aus Silber oder Messing waren korrodiert, auch die Befestigungsstifte.

In mühsamer Kleinarbeit mit Feinmechanikerbesteck, selbst gefertigten speziellen Werkzeugen und Hausmitteln chemischer Reinigung, immer auf Geheimhaltung bedacht, verhalf Kollege Menzel dem metallischen Schmuck zu neuem Glanze, ebenso der Fahne wieder zu stattlicher Form. Die Kopien der Fahnennägel werden in unserer Innungslade aufbewahrt. Die Fahnenstange selbst nahm er kurzer Hand mit zum Farbengeschäft und ließ im Computer die ursprüngliche Farbe bestimmen und herstellen.

Insgesamt investierte Kollege Menzel neben einem Obulus für die Fahne über 70 Stunden. Gern hätte er noch das textile Zubehör wieder hergerichtet und die komplette

Fahne der Innung übergeben. Weil seine Innungskollegen jedoch in Unkenntnis der Sachlage ungeduldig wurden und eine neue Fahne anschaffen wollten, mußte er vor Vollendung des Gesamtwerkes „Farbe bekennen“. Er präsentierte die Innungsfahne 1998 in einer Innungsversammlung. An den ersten Reichsverbandstag in Meißen erinnert die Jahreszahl 1925 (Bild 21 ).

Die Innungsfahne wurde in verkleinerter Form auch als Tischwimpel gefertigt (s. Bild 20).

 

Innungsleben

Mit der Übernahme des Ehrenamtes in der wieder gegründeten Innung mußte unser Innungsobermeister auch bald um Klärung unliebsamer Probleme bemühen,u.a. um das

Einhalten des fairen Wettbewerbs, wenn Innungsmitglieder Verstöße signalisierten.

Es galt gegen Betriebe vorzugehen, die zwar Dachdeckerarbeiten ausführten, aber dafür nicht in die Handwerksrolle eingetragen waren; gegen solche, die zum Nachteil von

Innungsbetrieben Forderungen der Unfallverhütung an Gerüsten und des Gesundheitsschutzes beim Abbrechen asbesthaltiger Deckstoffe ignorierten , die das Verbandszeichen nutzten, ohne Innungsmitglied zu sein. Schließlich galt es Zweifel an der Ausbildungsberechtigung für Dachdeckerlehrlinge auszuräumen und Anzeigen in Tageszeitungen, daß Angebote kostenlos erstellt werden, nachzugehen.

Übrigens: Die Erscheinung „Feierabendarbeit“, Schwarzarbeit oder „Pfuschen“ ist fast so alt wie der Dachdeckerberuf. Zum Beispiel machte 1746 eine Dachdeckerzunft im Raum Braunschweig gegen die „Postler“ Front. Postl-Arbeit war Arbeit nach Feierabend, die mit Einverständnis des Meisters erfolgte. Man forderte:

„Und gleichwie ein jeder Meister für seiner Gesellen Postl-Arbeit stehen muß, also soll er sie auch dahin anhalten, daß sie zu rechter Zeit an die Arbeit, und nicht zubald wieder davon gehen. Auch die gewöhnliche Arbeitszeit nicht mit Faulenzen, unnützen Geschwätz oder wohl gar schänden, lästern, fluchen, sondern mit gebührenden Fleiß und Hurtigkeit zubringen. Ingleichen solle sich kein Gesell, Jung- oder Tagelöhner sich lüsten lassen, in der Arbeitszeit oder im Hause Tabak zu schmauchen...“.Ja, ja, das war 1746 !

1928 verfaßte der Reichsverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks eine Richtlinie gegen

Schwarz- und Pfuscharbeit.

„Unter Schwarzarbeit versteht man die selbständige Arbeitsausführung durch Nichtgewerbetreibende, insbesondere durch Arbeitnehmer in ihrer arbeitsfreien Zeit.

Unter Pfuscharbeit versteht man die selbständige Arbeitsausführung durch Ungelernte. Ausgenommen sind kaufmännisch geleitete Betriebe, die zur Ausführung der Arbeiten gelernte Personen beschäftigen“.

 

Kurz nach ihrer Gründung veröffentlichte die Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain in Tageszeitungen einen Aufruf, nicht skrupellosen Fassadenhaien auf den Leim zu gehen, sich bei anstehenden Dachdeckerarbeiten vertrauensvoll an Innungsbetriebe zu wenden. Diese  stellten sich 1993 auf einer Sonderseite der „Sächsischen Zeitung“ vor.

 

1994 erhielt unsere Innung vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks einen

Scheck über 1.500,00 DM als Anerkennung für erfolgreiche Abmahnungen, u.a. wegen Verstöße gegen wettbewerbsrechtliche Vorschriften.

Ebenfalls 1994 unterstützte unsere Innung die Initiative des Meißner Kulturamtes „Die Altstadt lebt“. In der Elbstraße wurde ein leerstehendes Schaufenster mit traditionellen Werkstoffen und Geräten des Dachdeckerhandwerks ausgestaltet (Bild 22).Darüber hinaus gab es eine besondere Dienstleistung, wie die Meißner Zeitung vom 29.04.1994 berichtete:

„Wer in der Innenstadt lebt, kann bereits bepflanzte Blumenkästen erwerben und muß sie nicht selbst nach Hause tragen. Das sowie die fachgerechte Montage vorm Fenster erledigen auf Wunsch die Lehrlinge der Dachdeckerinnung - eine Sponsorleistung des Handwerks“.

 

1994 trat auch die Kreisgebietsreform in Kraft. Für unsere Innung ergaben sich daraus keine wesentlichen Veränderungen. Betriebe aus Territorien, die jetzt dem Kreis Meißen zugeordnet waren, z.B. Radebeul , blieben wie bisher bei der Innung Dresden.

 

Im September 1995 machte der musikalische Sonderzug „Poptrain“ auf seiner Tournee durch Deutschland im Bahnhof Meißen Halt. Aus diesem Anlaß stellten Mitglieder und Lehrlinge in einer Schauvorführung auf dem Bahnsteig unsere Innung vor.

 

Im gleichen Jahr rief das Fernsehen in der Sendung „Ein Fall für Escher“ zur Hilfe für eine Rentnerin in Nossen auf. Schamlos hatte sie ein nicht der Innung angehörender Betrieb über`s Ohr gehauen: Ihr defektes Dach wurde mit einer Kunststoffbeschichtung überzogen, das Geld kassiert, die Regenstellen blieben. Unsere Innungsbetriebe Heinitz und Helmert entfernten die schadhafte Deckung, erneuerten die Unterlage und stellten mit Unterstützung der Firma Braas, Hirschfeld eine neue Deckung her. Die Kosten von ca. 8,0 TDM berechnete man der alten Dame nicht.

 

1995/96 spendete unsere Dachdeckerinnung 13.150,00 DM für das neue Verbandshaus des Landesinnungsverbandes des Dachdeckerhandwerks Sachsen in Dresden.

 

Im September 1996 fand turnusmäßig die Neuwahl des Vorstandes und der Ausschüsse statt.

Peter Helmert,Meißen, wurde wieder zum Obermeister der Innung Meißen-Riesa- Großenhain gewählt. Seine Stellvertreter waren Gottfried Held,Großenhain, und Gert Schluckwerther, Frauenhain. Dem Vorstand gehörten an:

Frank Heinitz, Lommatzsch,

Egbert Martin, Colmnitz

Hans-Jürgen Menzel, Meißen,

Lothar Möhler,Ziegenhain.

Außerdem wurden gewählt

in den Rechnungsprüfungsausschuß Andreas Fuhrmann und Wolfgang Quittel,

in den Ausschuß für Berufsausbildung Matthias Hanisch, Roberto Heilscher,Bernd Simon,

als Lehrervertreter Achim Wünsche.

Im Rahmen dieser Wahlversammlung wurde Dachdeckermeister Karl-Heinz Müller,Meißen,

zum Ehrenmeister der Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain ernannt. Als Ehrengeschenk erhielt er einen Schieferhammer mit Gravur.

 

1998 fand die Fachmesse „DACH UND WAND“ erstmals in den neuen Bundesländern in Leipzig statt. Zur öffentlichen fachtechnischen Informationstagung im Rahmen der Fachmesse hielt Achim Wünsche, Gastmitglied unserer Innung, im Auftrag des Landesinnungsverbandes des Dachdeckerhandwerks Sachsen einen Vortrag zum Thema: „Biberdeckungen in Sächsischer Landschaft“.

 

1999 erfolgte eine Novellierung der Handwerksordnung. Seitdem können Dachdeckerbetriebe

Arbeiten des Holzbaus wie Abbinden und Aufstellen von Dachstühlen mit ausführen. Im Gegenzug ist es dem Zimmererhandwerks erlaubt, Deckungen mit Dachziegeln oder –steinen herzustellen. Für beide Gewerke ist das ein wichtiger wettbewerbsrelevanter Schritt zum Anbieten und Ausführen von Komplettleistungen.

 

Am 07.10.1999 wählte die Dachdeckerinnung eine neue Leitung , weil die Amtszeit der

bisherigen abgelaufen war. Einige verdienstvolle ältere Kollegen kandidierten nicht wieder.

Das Vertrauen der Innungsmitglieder erhielten

Gottfried Juhr            Obermeister

Roberto Heilscher        1. Stellvertreter

Frank Heinitz   2. Stellvertreter

Lothar Möhler, Hans-Jürgen Menzel und Peter Helmert als Vorstände (Bild 23 ).

 

Auf Initiative des Baustoffhandels „ProBau Kugel Meißen“ fand 1999 im Einkaufszentrum „Elbecenter“ Meißen eine Werbeveranstaltung unserer Innung statt Neben einem Informationsstand für Bauinteressenten zeigten Lehrlinge ihr Können. Unter anderem demon-strierten sie ihren Ausbildungsstand beim Decken einer eingebundenen Biberkehle in Kronendeckung, Teilung 2:3 (Bild 24 ).

 

Am 01.05.2000 trat das „Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen“ inkraft. Es ist das Ergebnis des beharrlichen Ringens von Innungsverbänden, an dem auch ein Vertreter unseres Sächsischen Dachdeckerhandwerks großen Anteil hat. Das Gesetz soll die Unternehmer vor

der Willkür nicht zahlungswilliger Auftraggeber besser schützen. Die gegenwärtig grassierende

Zahlungsverweigerung vieler Auftraggeber ist dem Dachdeckerhandwerk nicht neu. Zum Beispiel resümiert die Fachzeitung des Deutschen Dachdeckerhandwerks zum Jahresende 1928

„Die Lieferungs- und Zahlungsbedingungen der Lieferanten und Händler waren sehr streng. Dem steht gegenüber, daß die Einziehung der Forderungen des Dachdeckermeisters immer schwieriger wird. Stundungen von bis zu einem Jahr sind keine Seltenheit. Vielfach muß der Klageweg beschritten werden“. Ein Schelm, wer Parallelen zu erkennen glaubt !

 

Bis 1999 trafen sich die Innungsmitglieder monatlich zu Innungsversammlungen, ab 1999 zunächst 6 mal jährlich, ab 2001 werden es noch 4 Versammlungen jährlich sein.

 

Zur Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls zur Innungen wurden u.a. gemeinsame Fahrten und

Veranstaltungen mit den Ehefrauen und teilweise mit den Mitarbeitern durchgeführt:

1991 bis 1999 Fahrten zur Fachmesse „DACH UND WAND“,

1993 Informationsfahrt in das Dachziegelwerk Autenried der Firma CREATON,

1996, 1997 Informationsfahrten in die Ziegeleien Ergoldsbach und Eisenberg,

1998 Dreitagesfahrt nach Paris,

2000 Informationsfahrt zu den Thüringischen Schiefergruben in Unterloquitz und Schmiede-

         bach mit Besichtigung der Fachschule des Thüringischen Dachdeckerhandwerks in

         Lehesten.

Vielen Angeboten der unserer Innung verbundenen Baustoffhersteller und –händler konnte vor allem aus terminlichen Gründen vorerst nicht nachgekommen werden.

Zur Innungstradition gehören auch die Jahresabschlußfeiern gemeinsam mit  unseren Althandwerksmeistern und Gästen.

 

Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain stellt sich vor

Innungsmitglieder

Innungsmitglied            Betriebsgeschichte                   Bemerkungen

 

Baumeister Vogel GmbH         1979 - 1990

Ausbaubetrieb, Meißen            VEB Kreisbau Meißen

                                   1990 - 1993

                                   Aufsplittung des VEB Kreisbau Meißen

                                   in mehrere GmbH, u.a. Ausbau Meißen GmbH i.A.

                                   1993 bis jetzt               GF bis 2000

                                    Baumeister Vogel GmbH        W. Mirbeth,

                                   Ausbaubetrieb             ab 2000  H. Schulz

                                                                      

Bauunternehmen                      1958 - 1990                Vorsitzende :

Morgenrot GmbH                    PGH des Bau- und                  1958 - 1979 W. Feistel

Großenhain                              Baunebenhandwerks                1979 - 1990 M.Anders

                                   „Morgenrot“ Großenhain        

                                   1990 bis jetzt               GF Wolfgang Kretzer,

                                   Bauunternehmen Morgenrot           Sigrid Matthes

                                   GmbH                               Konrad Rühle

                                  

Bennewitz, Ralf                        1994 bis jetzt               Neugründung

Meißen

 

Burghardt, Helfried                  1956 - 1975

Ilkendorf                                 Fritz Burghardt,Nossen

                                   1975 - 1988

                                   Werner Burghardt,Ilkendorf

                                   1988 - 1989

                                   Hildegard Burghardt

                                   1989 bis jetzt               Übernahme von der

                                   Helfried Burghard                    Mutter

 

Dachdecker Kretzschmar GmbH         1985 - 1995

Lampertswalde                        Lutz Kretzschmar                    Neugründung

                                   1995 bis jetzt

                                   Dachdecker Kretzschmar GmbH         GF Lutz Kretzschmar

 

 

Dach und Wand GmbH           1958 - 1990                Vorsitzende  : „Frischer Wind“Riesa                PGH „Frischer Wind“                        1958 -1968

                                   Riesa                           E. Schlehahn

                                                                       1969 -1974 F. Weber

                                                                       1974 -1986 W. Fiedler

                                                                       1986 -1991 K. Schadel

                                   1991 bis jetzt

                                   Dach und Wand GmbH           GF Knut Schadel

                                   „Frischer Wind“                      

 

Dachsel-Grützner GmbH         1980 - 2000

Riemsdorf                                Joachim Dachsel                      Neugründung

                                   2000 bis jetzt               GF Joachim Dachsel,

                                   Dachsel-Grützner GmbH              Thomas Dachsel-

                                                                            Grützner

 

Dähne, Rudi                 1977 bis jetzt               Neugründung

Meißen

 

Ebert, Detlef                1995 bis jetzt               Neugründung

Taubenheim

 

Fuhrmann, Andreas                 1947 - 1985

Miltitz                          Willy Fuhrmann

                                   1985 bis jetzt              

                                   Andreas Fuhrmann                  Übernahme vom Vater

 

Gebrüder Hanisch                    1898 - 1942

Gauernitz                                 Clemens Hanisch, Max Hanisch

                                   1942 - 1972

                                   Alfred Hanisch

                                   1972 - 1973

                                   Johanna Hanisch

                                   1973 - 1991

                                   Manfred Hanisch

                                   1991 - 1993

                                   Gebrüder Hanisch,

                                   Andreas und Detlef                  Übernahme vom Vater

                                   1993 bis jetzt

                                   Gebrüder Hanisch                    Inhaber Detlef Hanisch

 

Grimm GmbH              1991 bis jetzt               Neugründung

Dach,Wand,Abdichtung                                              GF Günter Grimm

Coswig

 

Hanisch, Matthias                    1994 bis jetzt               Neugründung

Constappel

 

Heilscher, Roberto                   1996 bis jetzt               Neugründung

Schieritz

 

Heinitz, Frank              1925 - 1953

Lommatzsch                Gustav Heinitz

                                   1953 - 1984

                                   Rudolf Heinitz

                                   1984 bis jetzt

                                   Frank Heinitz               Übernahme vom Vater

 

Held, Ulrich                 1896 - 1945

Großenhain                              Bruno Held,Treugeböhla

                                   1929 - 1976

                                   Herbert Held,Großenhain

                                   1976 - 1999

                                   Gottfried Held

                                   1999 bis jetzt

                                   Ulrich Held                  Übernahme vom Vater

 

Helmert, Peter             1978 bis jetzt               Neugründung

Meißen

 

Herrich, Gabriele                     1932 - 1945

Ockrilla                                   Arno Herrich

                                   1958 - 1993

                                   Herbert Herrich

                                   1993 - 2000

                                   Gerd Herrich

                                   2000 bis jetzt               Übernahme,

                                   Gabriele Herrich                      Gerd Herrich verst.     

 

Honnen, Karl               1990 bis jetzt               Neugründung

Zeithain

 

Juhr, Gottfried GmbH              1922 - 1944

Tauscha                                   Emil Juhr

                                   1976 - 1992

                                   Herbert Juhr

                                   1992 bis jetzt               Übernahme vom Vater

                                   Gottfried Juhr GmbH               GF Gottfried Juhr

 

Klingner, Joachim                    1872 - 1908

Deutschenbora             Gotthold Friedrich, Rothschönberg

                                   1908 - 1947               

                                   Max Friedrich, Groitzsch                                                        1947 - 1985                           

                                   Alfred Friedrich, Deutschenbora

                                   1985 bis jetzt               Übernahme vom

                                   Joachim Klingner                     Schwiegervater

 

Krause, Lutz                1984 bis jetzt               Neugründung

Schönfeld

 

Martin, Egbert             1993 bis jetzt               Neugründung

Colmnitz

 

Menzel, Hans-Jürgen               bis 1969

Meißen                                    Otto Bastian

                                   1969 - 1974

                                   Charlotte Bastian

                                   1974 bis jetzt               Übernahme ehemaliger

                                   Hans-Jürgen Menzel                Dachdeckerbetrieb

 

Möhler Lothar             1858 - 1903

Ziegenhain                               Freidrich August Möhler

                                   1903 - 1942

                                   Paul Möhler

                                   1942 - 1953

                                   Max Möhler

                                   1953 - 1985

                                   Erich Möhler

                                   1985 bis jetzt

                                   Lothar Möhler             Übernahme vom Vater

 

Müller, Matthias                      1991 bis jetzt               Neugründung

Meißen

 

Müller, Michael                       1910 -.1948

Meißen                                    Ernst Max Müller

                                   1948 - 1977

                                   Karl Müller

                                   1977 - 1996

                                   Karl-Heinz Müller

                                   1996 bis jetzt

                                   Michael Müller             Übernahme vom Vater

 

Pempe, Dietmar                       1990 - 1992

Riesa                           Dietmar Pempe                        Neugründung

                                   1992 - 1997

                                   Dietmar Pempe/Gerhard Röber GbR

                                   1997 bis jetzt

                                   Dietmar Pempe

 

Quittel, Wolfgang                     1929 - 1961                Übernahme ehem.

Weinböhla                               Max Quittel                 Schuricht

                                   1961 bis jetzt

                                   Wolfgang Quittel                      Übernahme vom Vater

 

Schild, Holger              1992 bis jetzt               Neugründung

Naundörfel

 

Schluckwerther, Arthur            1933 - 1969

Frauenhain                               Arthur Schluckwerther

                                   1969 bis jetzt

                                   Gert Schluckwerther                Übernahme vom Vater

 

Simon, Bernd               1936 -1953

Nieschütz                                Ernst Beißig, Herta Beißig

                                   1953 - 1985

                                   Josef Bednar

                                   1985 bis jetzt               Übernahme  vom

                                   Bernd Simon                Schwiegervater

 

Wehner, Gerd              1999 bis jetzt               Neugründung

Meißen

 

Gastmitglieder

Gastmitglied                             ständiger Vertreter in unserer Innung

 

Braas Dachsysteme GmbH & Co.

Dachsteinwerk Hirschfeld                    Herr Lidke

 

Dachdeckereinkauf Lage

Niederlassung Döbeln/Großenhain                   Herr Walther

 

ELG Bau Meißen e.G.                         Herr Feiereis

 

Metzger GmbH & Co. KG

Spezialbaustoffe Klipphausen               Herr Schmidt

 

ProBau Kugel

Gottlieb Kugel GmbH

Meißen                                               Herr Pichotta

 

Wünsche, Achim

Röhrsdorf                                            Fachlehrer, Berufsschule Meißen

 

Ehrenmeister

DDM Müller, Karl-Heinz, Meißen                   Althandwerksmeister, Vorsitzender des

                                               Gesellenprüfungsausschusses

Somit hat die Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain 33 Mitgliedsbetriebe, 6 Gastmitglieder und einen Ehrenmeister.

1999 beschäftigten unsere Mitgliedsbetriebe durchschnittlich 255 Mitarbeiter.

 

Ausbildung des Berufsnachwuchses

Schon frühzeitig erkannten die Innungen, daß die solide Ausbildung des Berufsnachwuchses eine Möglichkeit ist, langfristig den Berufsstand zu sichern. In den Innungssatzungen unseres Dachdeckerhandwerks haben Festlegungen  zum„Lehrlingswesen“einen festen Platz. Nach 1870 bildeten die Innungen „Ausschüsse für das Lehrlingswesen“, denen neben dem Obermeister „vier Mitglieder , von denen zwei aus den Meistern, zwei aus den Gesellen zu wählen sind“.Das Lehrverhältnis begann mit dem Abschluß eines schriftlichen Lehrvertrages und dauerte mindestens drei Jahre. Der Lehrling wurde in die Lehrlingsrolle der Innung, später der Handwerkskammer eingetragen. 1921 bekam die Innung Meißen zu spüren, wie ernst es die Aufsichtsbehörden mit den Lehrlingsangelegenheiten nahmen. Mit einer Ergänzung der Innungssatzung im Verzug, ersuchte die Gewerbekammer Dresden den Stadtrat Meißen um Unterstützung, „gegebenenfalls unter Androhung einer angemessenen Strafe,weil ein bereits angemahnter Fragebogen einfach nicht beantwortet“ wurde.

Nicht alles lief nach Wunsch der Lehrlinge. In seinen Erinnerungen berichtet zum Beispiel der spätere Obermeister der Dachdeckerinnung Meißen, Arno Kohlstrunk:

„1900 kam ich aus der Schule und sollte Dachdecker lernen. Einen Lehrvertrag gab es nicht. Die Arbeitszeit war von früh 6.00 Uhr bis abends 19.00 Uhr festgesetzt. Der Lohn betrug 15 Pfennige je Stunde. Anfang November war mit der Arbeit Schluß, vor Mitte März ging es nicht wieder los. Was der Lehrling in dieser Zeit machte und wovon er lebte, danach fragte der Meister nicht.“

 

Modelldach

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und im Zusammenhang des bereits erwähnten „Handwerkergesetzes“ wurden auch Innungsgelder eingezogen. Dem kam Obermeister Arno Kohlstrunk zuvor. Von Innungsgeldern errichtete die Innung Meißen 1933 ein im Freien stehendes Modelldach (Bilder 25 a, b ) auf einem nicht innungseigenen Grundstück in der Hafenstraße (jetzt Metallwerkstätten des Beruflichen Schulzentrums Meißen,A.W.).Das Modelldach hatte die Grundform eines Walmdaches mit vier stehenden Fenstern , acht Kehlen, in gelatteter Fläche und ein stehendes Fenster ,zwei Kehlen, in geschalter Fläche. Unterhalb des eigentlichen Daches  befanden sich weitere 8 Arbeitsplätze für Grundlagen der Schiefer- und Ziegeldeckungen. An diesem Modelldach legten die Lehrlinge die Gesellenprüfung ab, seit 1936 auch die Zwischenprüfung. Vergleichbar mit der heutigen überbetrieblichen Ausbildung,, nur mit viel kürzerem Zeitaufwand,erhielten die Lehrlinge der Innung am Modelldach, später ergänzt durch einen Modellraum im Dachgeschoß eines Werkstattgebäudes, zusätzliche Unterweisungen und Möglichkeiten zum Aneignen und Üben von solchen Fertigkeiten, die nicht ausreichend in den Betrieben vermittelt werden konnten.

Mit einem großen Handwagen und meist vier Mann „Bespannung“ wurde nach 1947 das Übungsmaterial vom Betriebssitz des Fachlehrers Bastian in der Brauhausstraße zum Modelldach transportiert. Auch die Umschüler, wesentlich älter als die Lehrlinge, waren von diesen Transportaufgaben nicht befreit.

1963 mußten Modelldach und -raum baulichen Veränderungen durch den Grundstücksbesitzer weichen.

 

Begebenheiten

Nach 30 Jahren war das Modelldach als beispielgebende Errungenschaft zur Lehrlingsausbildung unserer Innung weg. Wie weiter ?

Direktor Fleischhauer der staatlichen Berufsschule entsprach der Bitte der Berufsgruppenleitung und stellte im Keller des Schulgebäudes ,der „Roten Schule“, einen ca. 50 Quadratmeter großen Raum zur Verfügung. Sehr beengt, aber immerhin witterungsunabhängig, arbeiteten die Lehrlinge einmal wöchentlich ca. zwei Stunden an den Modellen. Auch die Zwischen-und Facharbeiterprüfungen wurden hier abgelegt. Ende der 70er Jahre stand die traditionsreiche Ausbildungsform vor dem Aus. Eine Schulinspektion verwarf das praktische Üben an der staatlichen Berufsschule, der Modellraum wurde geschliffen und einer anderen Bestimmung zugeführt. Aber das beharrliche Bemühen der Berufsgruppenleitung und des Fachlehrers führten zur Einsicht beim Direktor Reinker. Ein bisher ungenutzter Raum im Schulkeller wurde zum Modellraum ausgebaut, aus der bisherigen „Zirkelarbeit“ bildete man eine „außerunterrichtliche Arbeitsgemeinschaft“und die zusätzliche Ausbildung konnte in bewährter Form weitergeführt werden (Bild 26 ).Für den Inhalt blieb die Verantwortung bei der Berufsgruppe Meißen und dem Fachlehrer. Die Versorgung mit Ausbildungsmaterial und Werkzeugen/Geräten tätigte die Berufsgruppe in enger Zusammenarbeit mit der ELG Bau Meißen und der 1968 vom kreisgeleiteten Bauwesen gegründeten Betriebsschule des Bauwesens , die u.a. auch die Lehrlinge des ersten Lehrjahres der noch verbliebenen Handwerksbetriebe praktisch ausbildete.

Das zweite Lehrjahr ihrer zweijährigen Lehrzeit absolvierten die Lehrlinge dann in „ihrem“ Betrieb, mit dem sie zum Lehrbeginn den Lehrvertrag abgeschlossen hatten.

1990/91 wurden die Übungsmodelle aus den Kellerräumen der Berufsschule in die die Lehr-werkstätten des Beruflichen Schulzentrums, Niederfährer Straße, umgesetzt.

Die ergänzende Ausbildung an den Modellen blieb in dieser Form bis zum Beginn der überbetrieblichen Ausbildung im Landesbildungszentrum des Sächsischen Dachdeckerhandwerks e.V. in Schlema 1992 bestehen.

Gegenwärtig vermittelt vor allem Dachdeckermeister Andreas Fröhlich, Fachlehrer am Beruflichen Schulzentrum Meißen, den Dachdeckerlehrlingen in modernisierten Modellräumen des Schulzentrums Ergänzungen zum Inhalt der staatlichen Lehrpläne.

 

1990/91 nahmen auf Einladung von Herrn Geyer, Fachschulleiter in Skt. Andreasberg, die Lehrlinge unserer Innung

Jens Heinicke, Fa. Dachdeckermeister Fuhrmann,Miltitz,

Henry Lademann, Fa. Dach und Wand GmbH,Riesa,

Falk Wünsche, Fa. Ausbau Vogel GmbH, Meißen,

als Gäste kostenlos an der uns (noch) unbekannten überbetrieblichen Ausbildung teil.

 

Zur ersten Obermeister- und Delegiertentagung des Landesinnungsverbandes im Februar 1991 stimmten Kreisinnungsmeister Peter Helmert und weitere Delegierte unserer Kreisinnung dem Beschluß zu, die überbetriebliche Ausbildung in eigene Verantwortung des Landesinnungsverbandes zu übernehmen. Heute stehen Obermeister, Vorstand und Mitglieder unserer Innung zustimmend und unterstützend zum modernen Landesbildungszentrum in Schlema.

 

Im September 1992 führte die Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach ihr traditionelles Fachseminar zur Denkmalpflege erstmals in den neuen Bundesländern mit über 500 Teilnehmern in Meißen durch.

Vor Architekten, Bauplanern, Denkmalschützern, Dachdeckern und Dachziegelherstellern zeigten Lehrlinge der Innung , zugleich Schüler des Beruflichen Schulzentrums Meißen, auf der Freifläche vor dem Stadttheater ihr Können (Bild 27 ).Vor allem das Decken eingebundener Biberkehlen in Mörteldeckung fand Beachtung und gab Anlaß zu Fachdisputen.

 

Seit 1993 findet in unserem Landesbildungszentrum jährlich der Praktische Leistungswettbewerb der Handwerksjugend im Dachdeckerhandwerk statt. Hier treten die leistungsbesten Junggesellen der 12 Innungen unseres Landesinnungsverbandes an, um die Besten aus den Handwerkskammerbezirken Chemnitz,Dresden und zu Leipzig,die „Kammersieger“, um den Besten unseres Landesinnungsverbandes, den „Landessieger“, zu küren. Der Landessieger vertritt sein Bundesland beim Bundesausscheid. Das bisher beste Ergebnis für unsere Innung erreichte im Jahr 2000 Karsten Hanisch,ausgebildet im väterlichen Betrieb Dachdeckermeister Matthias Hanisch, Constappel. Er wurde Sieger der Kammer Dresden und  Zweiter des Landes Sachsen. (Bild 28 ).

Dieses Ergebnis noch nicht kennend, reisten am Nachmittag des Wettbewerbstages

drei Dachdeckergenerationen  in Familie an: Karstens Großvater, Vater und Mutter

sowie sein Bruder. Alle waren stolz auf die Plazierung.

Als jeweils Jahresbeste der Innung Meißen-Riesa-Großenhain nahmen folgende Junggesellen

am Leistungsvergleich teil:

Jahr      Teilnehmer                   Plazierung/LIV Firma

1993    keine Teilnahme                      

1994    Ralf Fiedler      5.                     DDM Helfried Burkhardt

1995    Torsten Görlitz 8.                     DDM Karl-Heinz Müller

1996    keine Teilnahme

1997    keine Teilnahme

1998    Ronny Seppelt 7.                     DDM Matthias Hanisch

1999    Dirk Kirchner   5.                     DDM Detlef Ebert

2000    Karsten Hanisch          2.                     DDM Matthias Hanisch.

 

Für die Ausbildung standen unserem Dachdeckerhandwerk i.d.R. wenig Lehrlinge zur Verfügung. Zum Beispiel hielt DDM Erich Möhler 1983 „die Zuweisung nur eines Lehrlings für das private Dachdeckerhandwerk des Kreises Meißen für absolut unzureichend.“ In manchen Jahrgängen besuchten aus den Kreisen Meißen,Riesa und Großenhain zusammen nicht mehr als acht Dachdeckerlehrlinge den Unterricht in der Berufsschule Meißen. Ab 1990 wirkte die in der DDR übliche zentrale Zuweisung der Lehrstellen noch nach. Später stiegen die Lehrlingszahlen schnell an. Trotzdem führten unsere Innungsbetriebe 1996 noch Klage über fehlende Facharbeiter, obwohl bevölkerungsbezogen bereits mehr Lehrlinge ausgebildet wurden als in den alten Bundesländern.

Der Prüfungsausschuß der Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain nahm zum Beispiel

1993  21 Lehrlingen, 1995  18 Lehrlingen, 1997  55 Lehrlingen, 1999  63 Lehrlingen die

Gesellenprüfung ab. Nicht alle dieser Prüfungsteilnehmer erhielten ihre Ausbildung in unseren Innungsbetrieben.

Gegenwärtig, nur 5 Jahre nach der Klageführung, scheint der „Arbeitskräftemarkt“ gesättigt. Die Lehrlingszahlen nehmen aus unterschiedlichen Gründen deutlich ab.

 

Die jährliche Freisprechung der jungen Gesellen unserer Innung erfolgt seit mehreren

Jahren mit freundlicher Unterstützung der Firma  Braas Dachsysteme GmbH im  Dachsteinwerk Hirschfeld in feierlicher Form. Vor geöffneter Innungslade und der

Innungsfahne überreichen der Obermeister, der Prüfungsausschuß und Vertreter

des gastgebenden Betriebes die Gesellenbriefe und Präsente für besondere Leistungen.

Im Rahmen dieser Freisprechungsfeiern sind auch Geschicklichkeitstests für Jedermann Tradition (Bilder 29a und b).

 

Die Zwischen- und Gesellenprüfungen werden wie bisher vor dem Prüfungsausschuß der Innung –zu Zeiten der DDR vor der Prüfungskommission des Kreises, gebildet von der Berufsgruppe- abgelegt. Im Januar 2001 bestand der Gesellenprüfungsausschuß aus sechs Mitgliedern (Bild 30 ).

Seit Gründung der Dachdeckerinnung Meißen übten die Funktion des Vorsitzenden aus:

1911 - 1913    vorerst nicht namentlich belegbar

1913 - 1957    Arno Kohlstrunk, Meißen

1957 - 1973    Fritz Weber, Riesa 

1973   1982     Manfred Scherf, Nossen

1982 bis jetzt   Karl-Heinz Müller, Meißen .

 

Fachlehrer

Den Fachunterricht und die zusätzliche Ausbildung an den Modellen erteilten

1933 - 1944 Dachdeckermeister Arno Kohlstrunk,Meißen.

            Herr Kohlstrunk war selbständig, u.a. 1923 - 1957 Obermeister der Dach-    deckerinnung /Berufsgruppe Meißen, 1913 - 1957 Vorsitzender des Gesellen-/        Facharbeiter-Prüfungsausschusses und 20 Jahre Mitglied des

            Meisterprüfungsausschusses Dresden.

Nach einer kriegsbedingten Pause

1947 - 1961 Dachdeckermeister Hans Bastian, Meißen (s. Bild 21 ).

            Herr Bastian war selbständig, besuchte 1936/37 die Deutsche Dachdeckerschule in

            Glauchau / Sa. zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung und legte diese vor dem

            heimischen  (hier Dresden ,A.W.) Meisterprüfungsausschuß ab.

1961 - 2001 Dachdeckermeister Achim Wünsche, Röhrsdorf;

            Herr Wünsche war 1951-1954 Schüler bei Herrn Bastian, legte 1958 u.a. vor            Herrn Kohlstrunk die Meisterprüfung ab,war zunächst wie seine Vorgänger   nebenberuflich, seit 1964 hauptberuflich als Fachlehrer tätig.

            Zum 01. März 2001 gab er den Staffelstab an Jüngere weiter, u.a. an Dachdeckermeister Andreas Fröhlich

 

Auszeichnungen

Für ihre Arbeit in der Berufsorganisation des Dachdeckerhandwerks erhielten aus unserer Innung Auszeichnungen und Anerkennungen:

1994  Achim Wünsche         Silberne Verbandsnadel des Zentralverbandes des Deutschen                 

                                                                                  Dachdeckerhandwerks

1995  Peter Helmert             Ehrennadel mit Eichenlaub des Zentralverbandes des Deutschen

                                                                                       Dachdeckerhandwerks

1998  Karl Müller                Goldener Meisterbrief (1939 Meisterprüfung, 1948 Geschäfts-

                                                                                übernahme)

 

Althandwerksmeister der Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain

Während des Bestehens der Dachdeckerinnung, zwischenzeitlich der Berufsgruppen des Dachdeckerhandwerks, führte mancher Dachdeckermeister oder langjährige Dachdecker seinen Betrieb bis ins hohe Alter. Freude am Beruf und anderen helfen zu können, ließen sie die Entscheidung für den Ruhestand hinauszögern.

Nicht alle können hier genannt werden. Stellvertretend für sie erinnern wir an den Ehrenmeister des Handwerks, Dachdeckermeister Walter Tschaplik aus Meißen. Nach bestandener Meisterprüfung  1948 übernahm er 1951 einen Dachdeckerbetrieb in Meißen und gab ihn als Ein-Mann-Betrieb am 31.12.1986 im Alter von 83 Jahren auf. Neben vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten für sein Handwerk und für die Stadt Meißen war er bis über seinen 80. Geburtstag hinaus Vorsitzender der Revisionskommission der ELG Bau Meißen tätig (Bild 31 ).

Wie aus uns zur Verfügung stehenden Unterlagen hervorgeht, dachten auch andere

Dachdeckermeister oder selbständige Dachdecker lange nicht an das Aufhören.

Zum Beispiel gaben ihren Betrieb auf oder an einen Nachfolger weiter:

Alfred Friedrich,Deutschenbora, 1985 im Alter von 81 Jahren,

Max Schubert,Deila,1978 im Alter von 77 Jahren,

Fritz Burghardt, Nossen, 1975 im Alter von 72 Jahren,

Bruno Förster, Schleinitz, 1976 im Alter von 71 Jahren.

Gegenwärtig dürfen wir folgende Althandwerksmeister unserer Innung betreuen:

Name                          Geburtsjahr      Unternehmer von/bis

Bednar, Josef               1923                1953 - 1985

Heinitz, Rudolf             1921                1953 - 1984

Held, Gottfried             1935                1976 - 1999

Herrich, Herbert                      1925                1958 - 1993

Juhr, Herbert               1926                1976 - 1992

Müller, Karl                 1912                1948 - 1977

Müller, Karl-Heinz                   1940                1977 - 1996

 

Wir freuen uns über das Interesse unserer Althandwerksmeister am Innungsleben

(Bild 32 ).

 

Die Obermeister der Dachdeckerinnungen/Berufsgruppen

Obermeister einer Innung zu sein ist ein Auftrag, der hohes Verantwortungsbewußtsein und

ständige persönliche Einsatzbereitschaft für die Kollegen erfordert. Obermeister der Innungen und Berufsgruppen prägen jeweils einen historischen Abschnitt und schreiben ein Stück örtliche Berufsgeschichte mit. Arno Kohlstrunk resümierte nach 35 –jähriger Obermeistertätigkeit beim Abgeben des Ehrenamtes: „Ein Obermeister kann nicht bestimmt werden, er muß sich das Vertrauen der Kollegen erwerben. Ein Obermeister muß viel Zeit und Opfer aufbringen, wenn er das Vertrauen seiner Kollegen behalten will“

Die Übernahme dieses Ehrenamtes verdient unsere besondere Anerkennung.

 

Meißen

1911 - 1912                Hermann Tutsch, Meißen

1912 - 1923                Arthur Simon, Meißen

1923 - 1957                Arno Kohlstrunk, Meißen

1957 - 1973                Gerhard Kohlstrunk, Meißen

1973 - 1985                Willy Fuhrmann, Miltitz

1985 - 1999                Peter Helmert, Meißen

1999 bis jetzt               Gottfried Juhr, Tauscha

 

Riesa

1899 - 1909                Carl Geyer, Riesa

1909 - 1928                Richard Fiedler, Riesa

1928 - 1945                Paul Knöfel, Zeithain

1945 - 1954                Arno Kohlstrunk, Meißen (in Berufsgruppe Meißen)

1954 - 1970                Fritz Weber, Riesa

1970 - 1990                Gottfried Fiedler,Riesa (Ende des selbständigen Bestehens

                                                                                             der Innung/Berufsgruppe Riesa)

 

Ausblick

Unsere 90-jährige Dachdeckerinnung hat eine wechselvolle Geschichte. Entscheidend für ihr

langjähriges Bestehen war der Wille der Mitglieder in Innung und Berufsgruppe, sich in die Gemeinschaft einzubringen und gemeinsam stark zu sein. In der gegenwärtigen Marktsituation hegt jedoch manches Innungsmitglied Zweifel, ob denn die Mitgliedschaft noch vorteilhaft sei. Sehr stark sind die Kräfte auf das Bestehen des eigenen Betriebes gerichtet, lassen kaum Zeit und Verständnis für den Innungsgedanken. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß sich alles zum Guten wendet und unsere Dachdeckerinnung gefestigt 2011 ihr hundertjähriges Bestehen feiern wird. Zunächst begehen wir am 05. Mai 2001 die Jubiläumsfeier anläßlich des 90. Gründungstages.

 

Literatur- und Quellenverzeichnis

Akten des Stadtarchivs Meißen zur Dachdeckerinnung Meißen

Akten des Stadtarchivs Riesa zur Dachdeckerinnung Riesa

Broschüren zu den Verbandstagen des Landesinnungsverbandes des Dachdeckerhandwerks

      Sachsen 1994,1996,1998,2000

Div. Ausgaben der Fachzeitung „Deutsches Dachdeckerhandwerk“ 1927-1944

Div. Ausgaben von Tageszeitungen

Erinnerungen von Arno Kohlstrunk, überreicht von Herrn Sieghard Scharf

Festschrift „100 Jahre Dachdeckerinnung Dresden“ 1934

Festschrift zur Einweihung des Landesbildungszentrums des Sächsischen

      Dachdeckerhandwerks e.V. in Schlema 1999

Fotografien,Fotovorlagen: Fuhrmann (13), Helmert (1), Innung Meißen (9),

      Möhler (2),Quittel (1), Wünsche (10)

Jahrbuch 1928 des Reichsverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks

Tarifvertrag für die Handwerksbetriebe des Bauhaupt- und Baunebengewerbes 1954 i.d.F.

     von 1961

Persönliche Aufzeichnungen und Urkunden von Innungsmitgliedern

Unterlagen und Niederschriften der Obermeister zu den Berufsgruppen- und        

      Innungsversammlungen

 

Abkürzungen

DDH    Deutsches Dachdeckerhandwerk

DDM   Dachdeckermeister

VEB    Volkseigener Betrieb

 

 

Impressum

Herausgeber          Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain

Verfasser               Dipl.-Päd. und Dachdeckermeister Achim Wünsche

Redaktionsschluß   15.02.2001

Satz und Druck                

 

 

 

Bildunterschriften

Bild –Nr.         Bildunterschrift

01        Anmeldung des Gewerbes als Ziegeldecker 1862

02        Auszug aus einem Beschäftigungsbuch für Selbstversicherer

03        Ausschnitt aus einem Preisverzeichnis der Dachdeckerinnung Meißen um 1930

04        Aus dem Bericht der Fachzeitung 1925 zum ersten Reichsverbandstag des DDH

05        In Meißen beschlossen: Kopfteil des Titelblattes der Fachzeitung

06        Einladung in der Fachzeitung zur ersten Versammlung der Pflichtinnung und      Bericht

07        Formulierungsbeispiele aus Einladungen in der Fachzeitung

08        Einladung in der Fachzeitung zur 25-Jahr-Feier der Dachdeckerinnung Meißen

09        Auch schon früher üblich: Abstottern der Rechnung und schließlich Nachlaß

10        Auszug aus einem Rundschreiben des Obermeisters der Fachgruppe Meißen

11        Wenn es sein muß, noch betriebsbereit: FRAMO des DDM Fuhrmann, von 1956       bis 1988 zuverlässig im Dienst

12        Alle Jahre wieder...., Zuweisungen werden gekürzt, Biberschwänze     (“Plattenziegel“) fehlen ganz

13        Die Mitgliedsbetriebe der Berufsgruppe Dachdecker Meißen 1975, Anzahl der           Beschäftigten und Umsätze

14        Verteilung von Handmaschinen in festgelegter Reihenfolge

15        Beispiel der üblichen Objektbeauflagung (“Bilanzierung“)der Handwerksbetriebe

            durch das Kreisbauamt über die ELG Bau

16        Beispiel der jährlichen Wettbewerbsverpflichtungen

17        Teilnehmer am Meißner Seminar 1990,                                                vordere Reihe 3.v.re. Herr Geyer,Seminarleiter,

            4.v.re. Herr Dittrich, Obermeister der Dachdeckerinnung Dresden, 5.v.re. Herr          Deichmüller, Geschäftsführer der Dachdeckerinnung Dresden

18        Erster Vorstand der wieder selbständigen Innung, jetzt Dachdeckerinnung

            Meißen-Riesa-Großenhain, v.l. die Herren Obermeister Peter Helmert, Gert  Schluckwerther, Lothar Möhler, Gottfried Held, Frank Heinitz,

19        DDM Peter Helmert (oben) in Aktion am Kirchturm Meißen-Zscheila 1985

20        Innungslade und Tischwimpel der Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain

21        Vor der Innungsfahne 1999, v.re. die Herren Obermeister Peter Helmert,        „Fahnenretter“ Hans-Jürgen Menzel, DDM und Fachlehrer i.R. Hans           Bastian,verst. i.J. 2000, Althandwerksmeister Gottfried Held, Rudolf Heinitz, Josef Bednar

22        Historische Dachziegel von Meißens Dächern einmal hinter Glas

23        Vorstand der Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain seit 1999 vor dem

            Dom zu Meißen v.li. die Herren

            Frank Heinitz   stellv. Obermeister,

            Gottfried Held  DDM i.R.,

            Roberto Heilscher        stellv. Obermeister,

            Hans-Jürgen Menzel    Vorstandsmitglied,

            Gottfried Juhr   Obermeister,

            Peter Helmert   Vorstandsmitglied,

            Lothar Möhler  Vorstandsmitglied

24        Öffentlichkeitsarbeit der Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-Großenhain 1999:

            die Lehrlinge Dirk Kirchner (li.), späterer Innungsbester der Gesellenprüfung

            1999, Fa. DDM Detlef Ebert, und Kai Dachsel, Fa. Dachsel-Grützner GmbH, vor

            „ihrer“ Kehle

25        Modelldach der Dachdeckerinnung/Berufsgruppe Meißen 1933 - 1963

            a) während der Ausbildung,

            b)„winterfest“ eingedeckt

26        Ausschnitt Kellerraum der „Roten Schule“ 1983 mit Übungsmodell:

            räumliche Enge, mehrfach gebrauchte Biber, aber ungebrochener Wille

27        Vor dem Stadttheater Meißen 1992, v. li.

            Falk Wünsche, Fa. Baumeister Vogel Ausbau GmbH Meißen                3. Lj.

            Henry Lademann, Fa. Dach und Wand GmbH „Frischer Wind“ Riesa    3. Lj.

            Marsell Born, Fa. DDM Gert Schluckwerther, Frauenhain                     1. Lj.

            Christian Schreiter, Fa. DDM Peter Helmert,Meißen                             1. Lj.

            Marco Fleischer, Fa. DDM Karl-Heinz Müller, Meißen                          2. Lj.

            Daniel Löffler, Fa. Dach und Wand GmbH „Frischer Wind“ Riesa          2. Lj.

28        Glückwünsche der Innung für Karsten Hanisch, 2. Landessieger Sachsen i.J. 2000

29        Freisprechung in der Firma Braas GmbH,Hirschfeld

            a) vor der Innungsfahne die Fachlehrer am Beruflichen Schulzentrum Meißen   Achim Wünsche (li.) und Andreas Fröhlich, 1999

            b) Althandwerksmeister Rudolf Heinitz macht den Geschicklichkeitstest mit dem

            Rohrhülsenhammer locker „mit links“, kritisch bewertet u.a. vom Geschäftsführer        des Landesinnungsverbandes Dr. Zacharias (Mitte),i.J. 2000

30        Mitglieder des Gesellenprüfungsausschusses der Dachdeckerinnung Meißen-Riesa-     Großenhain Januar 2001 vor dem Modellraum für Dachdeckerausbildung des

            Beruflichen Schulzentrums Meißen, v. li. die Herren

            DDM Heinz Hammermüller, Riesa,

            DDM Hans-Jürgen Menzel, Meißen,

            DDM Andreas Fröhlich, Berufsschullehrer,

            Hermann Reiche, Gesellenbeisitzer,

            DDM Karl-Heinz Müller, Vorsitzender,

            DDM Achim Wünsche, Berufsschullehrer

31        Walter Tschaplik nach seinem 80. Geburtstag: immer in Aktion

32        Unsere Althandwerksmeister i.J. 2000 vor geöffneter Innungslade und der       Innungsfahne, ab 2. v.li. die Herren Rudolf Heinitz, Herbert Herrich, Gottfried        Held, Josef Bednar, Karl Müller; Karl-Heinz Müller s. Bild 30, fehlt: Herbert Juhr